Der Sitz der US-Notenbank in Washington | Bildquelle: dpa

Angriff auf Zentralbank von Bangladesch Unbekannte überweisen sich eine Milliarde Dollar

Stand: 10.03.2016 12:14 Uhr

Sie erbeuteten knapp eine Milliarde Dollar - dann machten sie einen Rechtschreibfehler. Unbekannte haben die Zentralbank von Bangladesch geknackt und sich das Geld von deren Girokonto bei der Fed überwiesen. Obwohl der Betrug aufflog, sind 81 Millionen Dollar noch immer weg.

Die Zentralbank von Bangladesch ist Opfer eines gigantischen Online-Betrugs geworden. Unbekannte hatten im Februar das Computersystem der Bank nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gehackt und die Zugangsdaten für Überweisungen gestohlen, so zwei Sprecher der Bank. Daraufhin zogen sie insgesamt knapp eine Milliarde Dollar von einem Konto bei der Federal Reserve Bank in New York ab, das der Zentralbank von Bangladesch gehört. Transferieren wollten die Hacker das Geld auf Konten in den Philippinen und in Sri Lanka.

Fast hätte der Coup geklappt, doch dann machte den Tätern ein Rechtschreibfehler einen Strich durch die Rechnung. Als sie 20 Millionen Dollar an eine angebliche Non-Profit-Organisation in Sri Lanka schicken wollten, schrieben sie deren Namen falsch. Statt "foundation" tippten sie "fandation" ein. Der Betrug flog auf.

81 Millionen Dollar sind unauffindbar

Die ungewöhnlich hohe Zahl an Zahlungsanweisungen, dazu noch an private Einrichtungen, machte die Fed misstrauisch. Sie warnte auch die Zentralbank in Bangladesch. Wie genau der Betrug aufflog und gestoppt wurde, ist nicht bekannt. Die Zentralbank hat bei der Fed ein Konto mit Milliarden von Dollar, das sie für internationale Zahlungen verwendet. Zu dem Zeitpunkt, als die Transaktionen schließlich gestoppt wurden, war bereits ein Betrag überwiesen, der etwa zehn Prozent der Fremdwährungsreserven Bangladeschs entspricht. Der Großteil des Geldes konnte zurückgeholt werden, doch 81 Millionen Dollar sind noch immer verschwunden.

Das Online-Portal Heise berichtet unter Berufung auf lokale Medien, dass der Finanzminister Bangladeschs, Abul Maal Abdul Muhith, von dem Vorfall erst einen Monat später aus der Zeitung erfahren habe.

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