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Münchner auf Promo-Tour in Fernost

In China laufen die Bayern nur hinterher

Der FC Bayern will sich im Boomland China ein Stück vom Werbekuchen sichern. Einfach wird das bei der harten internationalen Konkurrenz nicht. Auf seiner Promo-Tour reichte es für den Club nur für das Arbeiterstadion. Juve, Arsenal und Co. gastieren dagegen im Olympiastadion "Vogelnest".

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Spieler des FC Bayern bei einem Spiel im Arbeiterstadion in Peking.
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In Pekings Arbeiterstadion weht ein rauher Wind.

Die Fans des chinesischen Erstligisten Guo An sind bekannt für ihre rüden Umgangsformen. Im Pekinger Arbeiterstadion wurden sie nicht müde, der Mannschaft von Jupp Heynckes nach jedem Tor neue Obszönitäten entgegenzubrüllen.

Jugendfrei sind diese Flüche nicht. Aber es half alles nichts: Souverän schossen die Bayern ein Tor nach dem anderen. Sechs zu Null lautete der Endstand. Ein gelungener Auftakt für die viertägige Werbetour in China. Es ist mittlerweile die dritte.

FC Bayern München auf Werbetour in China
R. Kirchner, ARD Peking
25.07.2012 11:29 Uhr

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Rummenigge: "Die Bundesliga muss grundsätzlich aufholen"

Am großen chinesischen Markt komme schließlich niemand mehr vorbei, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und fordert: "Wir müssen hierher, wir müssen in Zukunft regelmäßig hierher. Für unsere Partner ist es extrem wichtig, dass Bayern München gemeinsam mit ihnen hier auftritt und das werden wir in Zukunft auch regelmäßig tun."

Die Partner, das ist unter anderem die chinesische Solarfirma Yingli, die seit letztem Jahr einen Vertrag mit den Bayern hat. Aber die Sponsoren bei der Stange zu halten ist nur das eine. Das andere ist die Werbung für den deutschen Fußball - und da tun sich die Bayern schwer. Und nicht nur die, sagt Rummenigge.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei einer Pressekonferenz in China.
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Bayern-Boss Rummenigge will den Deutschen Fusßball in China populärer machen.

Nach Meinung des Bayern-Chefs muss die Bundesliga grundsätzlich aufholen, was die Auslandsaktivitäten betrifft. "Da sind wir ein bisschen -  nicht nur ein bisschen, sondern gehörig hinter den Engländern, zum Teil hinter den Italienern und Spaniern", sagt Rummenigge. Diesen Beitrag könnten die Bayern allerdings nicht alleine leisten. Er sieht auch andere Clubs wie Dortmund, Schalke und Hamburg in der Pflicht.

Einer ist nicht dabei: Xiao Zhu, das "kleine Schweinchen"

Die Bayern haben in China zumindest eine Fanbasis, auch wenn sich die im Stadion gegen die Übermacht der Guo-An-Anhänger kaum Gehör verschaffen konnten. Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der diesmal gar nicht dabei war, wird hier liebevoll Xiao Zhu genannt, kleines Schweinchen.

Die Bayern gelten auch in China als Weltklasse. "Das Team ist sehr stark, das gefällt mir", sagt ein Fan. Obwohl andere Teams wie Manchester United und Real Madrid mehr Stars hätten. Und auch bei den Frauen kommt der Club aus Süddeutschland in China gut an. "Es ist ein sehr erfahrener Club. Ihre Spieltechnik und ihr Teamgeist verkörpern den deutschen Fußball", meint eine Anhängerin. "Es ist ein Weltklasse-Team, das finde ich toll."

England hat die Nase vorn

Doch andere deutsche Clubs wie Schalke und Dortmund sind in China so gut wie unbekannt. Die großen Vereine der englischen Premier-League sind da deutlich aktiver. Arsenal und Manchester City spielen am Freitag in Peking, aber nicht im kleinen Arbeiterstadion wie die Bayern, sondern im ausverkauften Olympiastadion, dem Vogelnest. Trainer von Man City sind seit Tagen in Jugendcamps aktiv, wo sie hunderte von chinesischen Kids trainieren.

Bayern-Boss Rummenigge quittiert das mit einem tiefen Seufzer: "Wir sind nur vier Tage hier, die ganze Geschichte ist dadurch natürlich limitiert." Trotzdem glaubt er, dass sein Club einen gewissen Beitrag dazu leisten kann, dass der Fußball in China ein Stück populärer wird. Aus reinem Altruismus tun das die Bayern natürlich nicht, wie auch Rummenigge zugibt: "Am Ende des Tages wollen wir davon natürlich auch profitieren."

Spieler des FC Bayern bei einem Spiel im Arbeiterstadion in Peking.
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Die Bayern wollen in China groß rauskommen. Auf dem Platz klappt das schon ganz gut.

Olympiastadion
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Für das Vogelnest hat es nicht gereicht. Der FC Bayern gastiert nur im Arbeiterstadion.

Heimischer Fußball von Korruptions-Skandalen überschattet

Promotion hat Fußball in China dringend nötig. Wegen der allgegenwärtigen Korruption hat der heimische Fußball einen extrem schlechten Ruf. Gerade deshalb treffen die Vereine aus Europa eigentlich auf ein dankbares Publikum. Und die Menschen sind auch bereit, dafür Geld auszugeben. Nach dem Manchester-Arsenal-Match steht nämlich schon der nächste Coup europäischer Clubs auf dem Programm: Am 11. August tragen die beiden besten italienischen Vereine, Juventus und Neapel,  im Vogelnest ihren Super Cup aus - zum dritten Mal im Übrigen.

Stand: 25.07.2012 15:01 Uhr

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