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07.02.2012

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WikiLeaks-Veröffentlichung: Gefreiter Manning im Zentrum der Ermittlungen
US-Verteidigungsminister Gates will FBI-Datenleck finden lassen

Gefreiter Manning im Zentrum der Ermittlungen

Nach der Veröffentlichung von mehr als 75.000 geheimen US-Militärakten auf der Internetseite von WikiLeaks hat US-Generalstabchef Michael Mullen scharf den Gründer der Homepage angegriffen. Julian Assange habe die Sicherheit anderer Menschen aufs Spiel gesetzt, um seine eigene Meinung deutlich zu machen. Die Plattform hatte die Dokumente zu Beginn der Woche ins Netz gestellt.

Robert Gates und Michael Mullen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Verteidigungsminister Gates und US-Generalstabchef Mullen im Pentagon. ]
US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, er habe die Bundespolizei FBI eingeschaltet, um die Verräter zu finden, die die Dokumente weitergegeben haben. Derzeit leiten Experten der Army im US-Verteidigungsministerium die Ermittlungen nach den Quellen von WikiLeaks. Das FBI kann auch gegen Zivilisten ermitteln und das Justizministerium könnte Verdächtige dann vor ein Bundesgericht bringen.

"Die Ermittlungen sollten soweit gehen, wie sie müssen", sagte Gates. Ob gegen den australischen Staatsbürger Assange oder gegen die Medien, die das WikiLeaks-Material verwendeten, ermittelt werden soll, ließ er offen. Laut Gates verschärft das Pentagon infolge der Datenpanne die Regeln zum Umgang mit geheimen Dokumenten in Kriegsgebieten.  

Neue Ermittlungen gegen Bradley Manning

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: WikiLeaks-Gründer Julian Assange bei einer Pressekonferenz in London. ]
Laut einem Zeitungsbericht wird für die Datenweitergabe der Gefreite Bradley Manning verantwortlich gemacht, der WikiLeaks schon ein brisantes Video aus dem Irak zugespielt haben soll. Auf dem Video aus dem Jahr 2007 ist ein Hubschrauberangriff im Irak auf Zivilisten zu sehen, bei dem mehrere Menschen starben, darunter zwei Reuters-Journalisten. Das Video wurde im April veröffentlicht. Manning steht deswegen unter Anklage.

Der 22-Jährige, der in einem kleinen Außenposten vor den Toren der irakischen Hauptstadt eingesetzt war, soll laut einem Bericht des "Wall Street Journal" auch jetzt wieder verdächtig sein. Es gebe Hinweise, dass der Gefreite auch für die Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente verantwortlich sein könnte, zitiert das Blatt einen nicht namentlich genannten Mitarbeiter des Pentagons.

Angeblich Spuren auf Mannings Computer

Screenshot eines Videos der Bordkamera eines US-Hubschraubers im Irak (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Screenshot eines Videos gefilmt von der Bordkamera eines US-Hubschraubers, veröffentlicht von der Seite WikiLeaks. ]
Militärermittler hätten auf dem Computer des 22-jährigen Obergefreiten konkrete Beweise gefunden, die ihn mit der Veröffentlichung der geheimen Akten in Verbindung verbringen. Damit rückt Manning in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Bisher hatte ihn das Verteidigungsministerium lediglich als "Person von Interesse" bezeichnet.

Erste Untersuchungen seines Computers hätten ergeben, dass Manning vertrauliche Dokumente aus dem Afghanistan-Einsatz heruntergeladen hatte, schrieb das "Wall Street Journal" weiter. Mannings Spezialgebiet ist eigentlich der Konflikt im Irak. Das Militär untersucht auch, ob er Zivilisten herangezogen hat, um das Geheimaterial an Wikileaks weiterzuleiten. Freunde und Bekannte des 22-Jährigen wurde nach Angaben der Zeitung von Militärermittlern befragt. Sie wollten feststellen, ob sie in letzter Zeit E-Mail oder Post von Manning erhalten haben.

Stand: 30.07.2010 15:27 Uhr
 

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