FBI-Chef James Comey  | Bildquelle: AP

Abhörvorwürfe gegen Obama FBI stellt sich gegen Trump

Stand: 06.03.2017 07:08 Uhr

Der Chef der US-Bundespolizei FBI, Comey, hat laut Medienberichten eine Richtigstellung der Abhörvorwürfe von Präsident Trump gefordert. Das Justizministerium solle sie öffentlich zurückweisen - sie seien schlicht falsch. Auch andere Geheimdienstexperten widersprachen Trump.

Nach den Abhör-Anschuldigungen von US-Präsident Donald Trump gegen seinen Vorgänger Barack Obama hat FBI-Chef James Comey Medienberichten zufolge eine Richtigstellung verlangt. Comey habe das Justizministerium aufgefordert, die Anschuldigungen öffentlich zurückzuweisen, meldete die "New York Times" unter Berufung auf hochrangige Regierungsbeamte. Auch andere Medien berichten, Comey gehe davon aus, die Aussagen Trumps seien schlicht falsch.

Comey habe das Ministerium am Wochenende um die Stellungnahme gebeten, weil es "keinen Beweis" für die Anschuldigungen gebe, die Vorwürfe jedoch den Eindruck erweckten, dass das FBI "das Gesetz gebrochen hat", hieß es in dem Bericht. Auch der ehemalige US-Geheimdienstkoordinator James Clapper äußerte sich ähnlich. Es habe keine solche Abhöraktion gegeben, sagte er dem Sender ABC. Weder gegen den Präsidenten und damaligen Kandidaten Trump noch gegen sein Team.

Trump-Sprecherin verteidigt Vorwürfe

Sarah Huckabee Sanders, stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, verteidigte Trump dagegen. Sie gehe davon aus, dass der Präsident aufgrund seiner Informationen denke, die Vorwürfe seien greifbar. Bewahrheiteten sie sich, dann handele es sich um den größten Übergriff und den größten denkbaren Machtmissbrauch.

Rätselraten herrscht bei der Frage, aus welcher Quelle Trump die angeblichen Informationen bezog. Es wurde darüber spekuliert, ob sich Trump von Berichten einer konservativen Radiostation oder von Breitbart News inspirieren ließ. Der ehemalige Chef des Auslandsgeheimdiensts CIA, Leon Panetta, warf Trump vor, durch die Anschuldigungen von den umstrittenen Russland-Verbindungen seines Umfelds ablenken zu wollen. "Sie versuchen, etwas zu verbergen", sagte Panetta auf CBS.

Trump hatte Obama am Samstag auf Twitter vorgeworfen, er habe ihn vor der Wahl im Trump-Tower abhören lassen. Belege dafür gibt es nicht. Dennoch forderte das Weiße Haus, dass der US-Kongress die Behauptungen untersucht - de facto eine Umkehr der Beweislast. Obama wies alle Vorwürfe zurück. Über seinen Sprecher ließ er mitteilen, weder er selbst noch seine Mitarbeiter im Weißen Haus hätten jemals das Abhören von US-Bürgern angeordnet.

Von Obama abgehörte Telefone - Präsident Trump fordert Untersuchung
A. Horchler, ARD Washington
06.03.2017 06:44 Uhr

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Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 04:50 Uhr.

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