Donald Trump  | Bildquelle: AFP

Kampfansage an mächtige Behörde Trump legt sich mit dem FBI an

Stand: 13.05.2017 01:54 Uhr

Eigentlich wollte US-Präsident Trump mit der Entlassung von FBI-Direktor Comey ein lästiges Problem loswerden. Damit hat er sich in der mächtigsten Organisation Amerikas jedoch viele Feinde gemacht: Die Bundespolizei sollte auch ein Präsident nicht unterschätzen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Nach zwei Tagen Kommunikationschaos mit wechselnden Erklärungen nannte Donald Trump am Donnerstag im NBC-Interview den eigentlichen Grund, warum er FBI-Chef James Comey loswerden wollte: "Comey ist ein Angeber und Aufschneider. Das FBI war in Aufruhr. Sie wissen das. Ich weiß das. Alle wissen das."

Eine Behauptung, der der amtierende FBI-Direktor Andrew McCabe in einer Kongressanhörung widersprach: "Direktor Comey genoss breite Unterstützung im FBI und das ist auch jetzt noch der Fall." Das klang wie eine Kampfansage an Trump. Und Comeys Nachfolger machte deutlich, dass die Ermittlungen zur Russland-Connection entschlossen weitergeführt werden.

Drohung mit möglichen Mitschnitten

Mehrere Medien berichten, die Mitarbeiter in Amerikas mächtiger Bundespolizei seien empört über die Art und Weise, wie Trump ihren Chef gefeuert habe. Doch Trump heizte den Konflikt am Freitagmorgen weiter an. Nachdem die "New York Times" berichtet hatte, dass sich Comey geweigert habe, Trump eine Loyalitätserklärung zu geben, warnte der Präsident den gefeuerten FBI-Chef vor Leaks an die Presse und drohte mit Mitschnitten ihrer Gespräche.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
James Comey better hope that there are no "tapes" of our conversations before he starts leaking to the press!

Auch wenn Trumps Sprecher die mögliche Existenz von Tonband-Mitschnitten nicht kommentieren wollte - allein Trumps Drohung sorgte in den US-Medien für Empörung. Viele sehen darin eine weitere Parallele zur Watergate-Affaire Anfang der siebziger Jahre. Schließlich wurden dem damaligen Präsidenten Richard Nixon geheime Tonband-Mitschnitte aus dem Oval Office zum Verhängnis.

Erinnerungen an die Nixon-Zeit

Dass letztlich alles ans Tageslicht kam, war zwei Reportern der "Washington Post" zu verdanken und ihrer lange Zeit geheimen Quelle "Deep Throat". Erst 2005 kam heraus, dass es der damalige FBI-Vize Mark Felt war. 1976 hatt Felt im CBS-Interview noch versichert: "Nein. Nein ich bin nicht Deep Throat. Das einzige, was ich sagen kann: Ich würde mich deshalb nicht schämen. Wer immer Woodward half, half auch dem Land. Keine Frage."

Die Lage in Washington nach der Entlassung des FBI-Chefs Comey
nachtmagazin 00:00 Uhr, 11.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Dem Land helfen" - in dieser patriotischen Tradition sehen sich die rund 36.000 Mitarbeiter der amerikanischen Bundespolizei. Das FBI gilt als mächtigste Organisation in den USA: Die Behörde ist nicht nur Bundespolizei mit Durchgriffsrecht bis auf die kommunale Ebene, sondern gleichzeitig auch eine Art Inlandsgeheimdienst.

Ein "Staat im Staate"

Dass das FBI Jahrzehnte lang sogar ein übermächtiger "Staat im Staate" war, lag vor allem an Gründungsdirektor J. Edgar Hoover. Er leitete das FBI fast 40 Jahre lang bis zu seinem Tod 1972 und diente sechs US-Präsidenten - wobei einige der Präsidenten mehr Respekt vor ihm hatten als umgekehrt. Denn Hoover verhalf nicht nur modernen Ermittlungstechniken zum Durchbruch - wie Fingerabdruck und Laboruntersuchungen. Er bekämpfte nicht nur das organisierte Verbrechen und erfand die Most-Wanted-Liste der meistgesuchten Schwerverbrecher. Sondern Hoover ließ auch Kommunisten und Linke abhören und verfolgen, bekämpfte die schwarze "Black Panther"-Bewegung und hasste Martin Luther King.

Trump kritisiert Ex-FBI-Chef Comey
tagesschau 09:00 Uhr, 12.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute hilft das FBI bei der Aufklärung von Hassverbrechen gegen Schwarze und versucht Terroranschläge zu verhindern. Unverändert groß ist jedoch der Stolz der FBI-Leute auf ihre Unabhängigkeit. Donald Trump mag noch so sehr beteuern, er sei ein "großer Fan des FBI".

Mit den US-Geheimdiensten hat sich Trump bereits angelegt. Nach dieser Woche hat er sich auch beim mächtigen FBI eine Menge Feinde gemacht.

Trump legt sich mit FBI an
M. Ganslmeier, NDR Washington
13.05.2017 10:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 11. Mai 2017 um 00:00 Uhr und die Tagesschau am 12. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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