Maskierte Kämpfer des bewaffneten Arms der Hamas im Gazastreifen | Bildquelle: AFP

Konflikt mit Fatah Hamas zum Machtverzicht bereit?

Stand: 17.09.2017 07:43 Uhr

Nationale Einheit - danach strebt nach eigener Aussage die radikale Palästinenserorganisation Hamas. Sie will auf die rivalisierende Fatah zugehen und wichtige Bedingungen für eine Konfliktlösung akzeptieren. Bisher scheiterten allerdings alle Aussöhnungsversuche.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas hat Bereitschaft bekundet, den jahrelangen Konflikt mit der rivalisierenden Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beizulegen. Sie sei bereit, die Kontrolle im Gazastreifen an die Fatah zu übergeben und Abbas' Schlüsselbedingungen zu akzeptieren, teilte die Hamas in einer Stellungnahme mit. Sie stimme der Auflösung des Verwaltungskomitees im Gazastreifen und einer Wahl in den Palästinensergebieten zu, hieß es weiter. Die Gruppe wünscht sich laut eigener Aussage nationale Einheit.

Unklar blieb nach der Erklärung, ob die Hamas auch ihre Sicherheitskräfte unter Abbas' Kontrolle stellen würde - ein schwieriger Punkt in bisherigen Aussöhnungsverhandlungen, die wiederholt gescheitert waren.

Ein Fatah-Führer, Mahmud Alul, reagierte vorsichtig auf die Ankündigung der Hamas. "Wir wollen das tatsächlich geschehen sehen, bevor wir den nächsten Schritt machen", sagte er einem palästinensischen Rundfunksender.

Hamas sehr geschwächt

2007 hatte die Hamas nach einem wochenlangen Bürgerkrieg von der Fatah die Kontrolle über den Gazastreifen übernommen. Dies führte zur faktischen Teilung der Autonomiegebiete. Der Palästinenserpräsident bestimmt seither nur noch über die Gebiete im Westjordanland. 2014 bildeten die beiden größten Palästinenserorganisationen eine Einheitsregierung und kündigten allgemeine Wahlen an. Diese Initiative scheiterte jedoch.

Ägypten hatte die Anführer der Hamas jüngst nach Kairo eingeladen, um über eine Aussöhnung zu debattieren.

Die Hamas ist seit einer israelischen und ägyptischen Blockade, drei Kriegen mit Israel und durch internationale Isolation stark geschwächt. Die Wirtschaft in Gaza liegt am Boden, Bewohner des Gebiets haben nur wenige Stunden am Tag Strom. Vor sieben Tagen hatte sich die Hamas erstmals zu Aussöhnungsgesprächen ohne Vorbedingungen bereit erklärt.

Zuletzt hatte die Fatah den Druck auf die Hamas stark erhöht: Auf Wunsch von Abbas kürzte Israel etwa die Stromlieferungen in den Gazastreifen. Auch die Gehaltszahlungen an Zehntausende Staatsbedienstete wurden ausgesetzt.

Über dieses Thema berichteten am 17. September 2017 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:55 Uhr.

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