FARC-Kämpfer an einem Entwaffnungspunkt | Bildquelle: AFP

Friedensprozess in Kolumbien Alle FARC-Kämpfer in Entwaffnungszonen

Stand: 19.02.2017 05:36 Uhr

Der Frieden in Kolumbien rückt näher: Alle verbliebenen Kämpfer der linken FARC-Rebellen sind in den Entwaffnungszonen angekommen. Dies war ein wichtiger Punkt im historischen Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung.

Die letzten früheren Kämpfer der kolumbianischen FARC-Guerilla sind an den sogenannten Entwaffnungspunkten eingetroffen und haben damit einen wichtigen Punkt des historischen Friedensabkommen mit der Regierung in Bogotá erfüllt. Der Marsch aus weit entlegenen Kampfzonen fand mit der Ankunft der letzten 300 Guerilleros in Montañita seinen Abschluss. "Damit sind ungefähr 6900 Guerilleros der FARC in den 26 Zonen", sagte der argentinische General Javier Pérez Aquino, Chef der UN-Mission, die den Prozess überwacht. Die FARC-Mitglieder hätten fast 8700 Kilometer in Fahrzeugen, Booten oder zu Fuß zurückgelegt, hob Pérez Aquino hervor.

Bis Mai sollen alle Waffen abgegeben werden - sie sollen eingeschmolzen und für Friedensmahnmale verwendet werden. Wegen logistischer Probleme hatte sich der Sammlungsprozess in den 26 Entwaffnungszonen immer weiter verzögert. In diesen Zonen im ganzen Land sollen die einstigen Guerilla-Kämpfer auch auf die Wiedereingliederung in das zivile Leben vorbereitet werden.

Nobelpreis für Friedensabkommen

Staatschef Juan Manuel Santos hatte zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärt, es sei "historisch", dass die FARC-Rebellen kurz vor der Entwaffnung stünden. Er dankte den Unterstützern des Friedensabkommens. Santos war vergangenes Jahr für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts der Friedensnobelpreis verliehen worden.

Juan Manuel Santos @JuanManSantos
Es histórico que las Farc estén próximas a su desarme y reinserción. Gratitud y reconocimiento a quienes demostraron que #LaPazAvanza. https://t.co/cSiJJYeUHF

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260.000 Menschen starben. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.

Nächstes Ziel - Frieden mit der ELN

Santos will nach der FARC auch mit der letzten verbliebenen Rebellengruppe, der ELN, Frieden schließen. Die jüngsten Friedensgespräche wurden allerdings von Gewalttaten überschattet. Die Streitkräfte warfen den linken Rebellen vor, den Vater eines Bürgermeisters im Bundesstaat Norte de Santander entführt zu haben. Ein Anschlag auf eine Ölpipeline im gleichen Bundesstaat an der Grenze zu Venezuela soll dem Militär zufolge ebenfalls auf das Konto der ELN gehen, wie der Hörfunksender RCN auf seiner Internetseite berichtete.

Die offiziellen Friedensgespräche mit der ELN-Guerilla hatten Anfang des Monats in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito begonnen. Neben Ecuador fungieren Venezuela, Norwegen, Brasilien, Chile und Kuba als Garantiemächte. Auch mehrere europäische Länder, darunter Deutschland, unterstützen den Friedensprozess mit der letzten aktiven Guerilla Kolumbiens.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Februar 2017 um 09:00 Uhr.

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