Anhänger der FARC in Bogota | Bildquelle: REUTERS

FARC gründen politische Partei Ins Parlament statt in den Kampf

Stand: 07.09.2017 05:27 Uhr

Mehr als 50 Jahre haben die linken FARC-Rebellen den kolumbianischen Staat erbittert bekämpft, nun wollen sie ins Parlament. Bei der Vorstellung ihrer neuen Partei bat FARC-Kommandeur Londono um Vergebung für vergangene Verbrechen.

Die frühere kolumbianische Guerillaorganisation FARC verwandelt sich nach mehr als einem halben Jahrhundert erbitterter Kämpfe in eine politische Bewegung. Die ehemaligen linken Rebellen stellten ihre neue Partei mit dem langen Namen Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común (Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes) in der Hauptstadt Bogota vor. Die Abkürzung FARC, die an den jahrzehntelangen blutigen Kampf erinnert, bleibt damit bestehen.

"Wir lassen die Waffen ruhen, um auf friedlichem und legalem Wege Politik zu machen. Wir wollen mit Euch allen ein anderes Land aufbauen", sagte FARC-Kommandeur Rodrigo Londono alias Timochenko vor Tausenden Anhängern auf dem Bolívar-Platz. "Ein Land, in dem niemand mehr verfolgt und getötet wird, weil er anders denkt."

"Kein Blutvergießen mehr für die Politik"

Londono bat um Vergebung für die von der FARC begangenen Verbrechen während des blutigen Kampfes gegen Regierung und Paramilitärs. Künftig solle das Wort die "mächtigste Waffe" sein. "Wir wollen keinen einzigen Tropfen Blut mehr vergießen für die Politik", sagte Londono. "Wir wollen ein Kolumbien ohne Hass." Nach dem Willem der FARC sollten alle Kolumbianer Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben.

Londono sprach er sich erneut für eine Übergangsregierung aus. Bei der Präsidentschaftswahl 2018 müsse ein Kandidat unterstützt werden, der die Umsetzung des Friedensabkommens garantiere. Laut Abkommen sind den FARC in den kommenden zwei Legislaturperioden jeweils fünf Sitze im Senat und in der Abgeordnetenkammer garantiert. Ab 2026 müssen sie ihre Sitze regulär bei den Wahlen erringen.

Seit Mitte der 1960er-Jahre kämpften die FARC gegen die staatlichen Sicherheitskräfte und rechte Paramilitärs. Über 220.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit der Regierung im vergangenen Jahr legten sie ihre Waffen nieder.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. September 2017 um 04:00 Uhr.

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