Verhandlungen mit Guerillaorganisation Farc Historischer Händedruck in Havanna

Stand: 26.01.2016 02:16 Uhr

Es ist ein historischer Durchbruch: Nach mehr als 50 Jahren Konflikt und fast dreijährigen Friedensgesprächen haben die Unterhändler der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation Farc den Weg für eine Friedensvereinbarung geebnet.

Nach fast dreijährigen Friedensgesprächen ist der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc der Durchbruch gelungen. Beide Seiten einigten sich am Mittwoch in Kubas Hauptstadt Havanna auf einen juristischen Rahmen zur Aufarbeitung des über 50-jährigen Konflikts in dem südamerikanischen Land. Damit ist der Weg für eine spätere, endgültige Friedensvereinbarung frei.

Mehr als 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet

In dem bewaffneten Konflikt zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs waren mehr als 220.000 Menschen getötet und Millionen aus ihren Heimatdörfern vertrieben worden.

Für die Ankündigung in Havanna kamen erstmals Staatschef Juan Manuel Santos und der Farc-Anführer Rodrigo Londoño alias "Timochenko" zu direkten Gesprächen zusammen. Nach der gemeinsamen Pressekonferenz gaben sich die beiden Erzfeinde die Hand. "Wir sind Gegner, wir stehen auf verschiedenen Seiten, aber heute gehen wir in die selbe Richtung, in Richtung Frieden", sagte Santos.

Santos, Castro und Timochenko | Bildquelle: dpa
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Einst Erzfeinde, nun reichten sie sich die Hand: Kolumbiens Präsident Santos (links) und Farc-Anführer Londono (rechts). In der Mitte: Kubas Präsident Raul Castro.

Die Unterhändler verständigten sich auf ein eigenes Justizwesen zur Aufarbeitung der Verbrechen des Bürgerkriegs. Für politische Straftaten werde eine weitreichende Amnestie gewährt, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingegen gebe es keinen Straferlass. Wer seine Beteiligung an schweren Verbrechen einräume, müsse mit einer Freiheitsstrafe von höchstens acht Jahren rechnen.

Mit der Festlegung einer moderaten Maximalstrafe kamen die Unterhändler der Regierung den Farc-Chefs entgegen. Eine ähnliche Vereinbarung war Mitte der 2000er Jahre mit den Anführern der rechtsgerichteten Paramilitärs getroffen worden. Innerhalb von sechs Monaten sollen die Gespräche nun zu einem Abschluss gebracht werden.

Frieden in Kolumbien
tagesschau24 09:45 Uhr, 24.09.2015, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko-Stadt

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"Wir werden nicht scheitern"

Vor der Unterzeichnung des Friedensvertrags muss der Text noch von den Kolumbianern in einem Referendum gebilligt werden. Dann sollen die Farc innerhalb von zwei Monaten ihre Waffen niederlegen. "Wir werden nicht scheitern. "Die Zeit für den Frieden ist gekommen", sagte Staatschef Santos.

Die USA begrüßten den Durchbruch bei den kolumbianischen Friedensgesprächen. Außenminister John Kerry sprach in einer Mitteilung von einem "historischen Fortschritt hin zu einer endgültigen Friedensvereinbarung". Die Kolumbianer verdienten einen gerechten und dauerhaften Frieden.

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