Nigel Farage und Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump-Idee zu Farage "Keine Stelle frei!"

Stand: 22.11.2016 15:11 Uhr

Rechtspopulist Farage als britischer Botschafter in den USA? Von der neuesten Trump-Idee hält die Regierung in London nichts. Der Botschafterposten sei derzeit ohnehin nicht neu zu besetzen.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

"Viele Menschen würden gern Nigel Farage als britischen Botschafter in Washington sehen - er würde großartige Arbeit leisten." Das twitterte der kommende US-Präsident Donald Trump. Die Antwort aus London kam postwendend: Es sei keine Stelle in Washington frei, sagte ein Sprecher von Premierministerin Theresa May.

Auch Brexit-Minister David Davis, heute zu ersten Gesprächen in Brüssel, gab Trump und Farage einen Korb: Es gebe keine Vakanz, der derzeitige britische Botschafter in Washington, Kim Darroch, sei sehr gut und werde auch noch jahrelang dort bleiben.

Auch Außenminister Boris Johnson sagte im Unterhaus, der derzeitige Botschafter Darroch habe beste Beziehungen sowohl zur bisherigen als auch zur kommenden US-Administration.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Many people would like to see @Nigel_Farage represent Great Britain as their Ambassador to the United States. He would do a great job!

"Habe Beziehungen zu Trump"

Dabei würde der UKIP-Chef, EU-Gegner und Rechtspopulist Farage sehr gern in die britische Botschaft in Washington einziehen: "Ich habe Beziehungen zu Trump und noch stärker zu seinem Team, dort kenne ich viele seit Jahren. Und wenn unsere Regierung nicht mit mir reden will, dann sagt das eine Menge darüber, wie wir regiert werden. Wir werden von Leuten regiert, die keine Ahnung von der realen Welt haben."

Farage, der auch im EU-Parlament sitzt, fügte hinzu, die Welt habe sich geändert und er würde gern in irgendeiner Weise helfen.

Farage hält Botschafter für ungeeignet

Farage war der erste Brite, der Trump gleich nach dessen Wahlsieg in New York traf - zuvor war er auch auf Trumps Wahlkampfveranstaltungen in den Vereinigten Staaten aufgetreten. Und im Gegensatz zu Brexit-Minister Davis hält Farage den derzeitigen britischen Botschafter in Washington für völlig ungeeignet: Er sei viel zu europafreundlich, habe völlig andere Ansichten als das Trump-Team - und deshalb sei es doch viel vernünftiger, einen Trump-Versteher nach Washington zu schicken.

Die britische Regierung ist zwar sehr daran interessiert, vor dem Hintergrund des Austritts aus der Europäischen Union schnell enge Beziehungen zur neuen US-Administration aufzubauen. Die Queen wird Trump gleich nach der Amtseinführung zu einem Staatsbesuch in London einladen. Doch die Entsendung des politischen Konkurrenten Farage als Botschafter nach Washington geht der konservativen Regierung dann doch zu weit.    

Trump will Farage als britischen Botschafter
J.P. Marquardt, ARD London
22.11.2016 15:06 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 22. November 2016 um 15:39 Uhr auf NDR Info.

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