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10.02.2010

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Ausland
FAO-Gipfel
Welternährungsgipfel: Halbherziger Kampf gegen den Hunger
Welternährungsgipfel in Rom

Der halbherzige Kampf gegen den Hunger

Es sind bedrückende Fakten zum weltweiten Hunger, die auf dem Welternährungsgipfel in Rom diskutiert werden. Dennoch beinhaltet die bereits vorliegende Abschlusserklärung keinerlei feste Zusagen oder Zahlen. Zudem sind nur wenige Staats- und Regierungschefs anwesend.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Jacques Diouf (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ging vor der Konferenz für 24 Stunden in den Hungerstreik: FAO-Chef Diouf ]
Zum Auftakt der Konferenz in Rom machte der Leiter der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Jaques Diouf, noch einmal die Fakten klar: "Eine Milliarde Hungernder, das ist weltweit ein Mensch von sechs. 105 Millionen mehr Hungrige als 2008. Alle 30 Sekunden sterben fünf Kinder wegen Unterernährung. Das ist unsere traurige Errungenschaft in diesen modernen Zeiten - in denen uns die Technik erlaubt, zum Mond zu fliegen oder zu Raumstationen im All."

Alles noch Versprechungen

Eine der Forderungen der FAO lautet, ein größerer Anteil der Entwicklungshilfe muss für die Förderung der Landwirtschaft in armen Ländern ausgegeben werden. Um den Hunger auf der Welt effektiv zu bekämpfen, sind jährlich etwa 40 Milliarden Dollar nötig. Jaques Diouf erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zusage der G8-Länder beim Gipfel in L’Aquila im Juli: "Die Erklärung beinhaltete ja die Zusage von 20 Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren. Aber das sind noch Versprechungen, die erst als konkrete Finanzierungen umgesetzt werden müssen."

Darauf ging auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi in seiner Ansprache ein: "Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass jedes Land, diese Verpflichtungen auch präzise erfüllt - mit Daten für die Überweisung und den genauen Bedingungen, damit dieses Geld wirklich den Klein-Bauern helfen kann und damit Auswirkungen auf die weltweite Lebensmittel-Produktion hat."

Welternährungsgipfel in Rom (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Welternährungsgipfel in Rom: Viele Fakten, kaum Ergebnisse ]

Merkel kam nicht - so wie alle anderen G8-Chefs

Berlusconi ist der einzige westliche Regierungschef, der am Gipfeltreffen zur Ernährungssicherheit teilnimmt. Aus anderen Ländern wurden Staatssekretäre oder Minister geschickt - Deutschland ist durch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner vertreten. Sie ließ vorab verlauten, die Sicherheit der Welternährung sei die weltweit größte Herausforderung neben dem Klimawandel. Allerdings kann man sich fragen, warum die Bundeskanzlerin nicht nach Rom gekommen ist, wenn das Thema für so wichtig gehalten wird.

Schrille Herrscher und ein mahnender Papst

Die Bühne gehörte dafür Herrschern wie Robert Mugabe aus Simbabwe oder Libyens schrillem Staatschef Muammar al Gaddafi, der bei seiner Ansprache fast einschlief. Kein Wunder: Gaddafi hatte - dem Gipfelthema nicht ganz entsprechend - mit 200 jungen Damen gefeiert, die von einer Castingagentur gebucht worden waren.

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Die wichtigste Rede des Vormittags war die von Papst Benedikt XVI., der an seine im Juli veröffentlichte Sozialenzyklika erinnerte. "In Caritas in veritate habe ich festgehalten, dass der Hunger nicht unbedingt von fehlenden Nahrungsmitteln abhängt, sondern vielmehr von sozialen und institutionellen Gründen", so das katholische Kirchenoberhaupt. "Es fehlt eine wirtschaftlich orientierte Einrichtung, die einen angemessenen und regulären Zugang zu Wasser und Nahrung für alle garantieren kann."

Am Nachmittag diskutieren die 190 Teilnehmerdelegationen bereits die Abschlusserklärung des FAO-Gipfels. Diese ist, wie man hört, wenig konkret und beinhaltet außer allgemeinen Verpflichtungen keine festen Zusagen oder Zahlen.

Link:

Welthungerkarte der FAO (Quelle: FAO) Link Interaktive "Welthungerkarte" der FAO Welche Länder sind besonders betroffen? Wie hat sich die Lage seit 1990 verändert? (Website in Englisch)
Stand: 16.11.2009 13:55 Uhr
 

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