Michael Fallon | Bildquelle: AFP

Britischer Verteidigungsminister Rücktritt nach Belästigungsvorwurf

Stand: 01.11.2017 21:19 Uhr

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon gibt nach Vorwürfen sexueller Belästigung sein Amt auf. Dies gab sein Ministerium in London bekannt. Er soll vor 15 Jahren bei einem Dinner eine Journalistin wiederholt am Knie berührt haben.

Im Zuge von Belästigungsvorwürfen ist der britische Verteidigungsminister Michael Fallon zurückgetreten. Er soll 2002 bei einem Dinner einer Journalistin wiederholt ans Knie gefasst haben. Das berichten mehrere Medien. Fallon selbst erklärte, viele der veröffentlichten Vorwürfe seien falsch. Gleichwohl sei er "in der Vergangenheit hinter den hohen Standards zurückgeblieben, die wir an die Streitkräfte stellen".

Die Journalistin, die Moderatorin Julia Hartely-Brewer, erklärte, sie selbst fühle sich in dieser Sache gar nicht als Opfer sexueller Belästigung. Dem "Guardian" sagte sie, sie wolle nicht Teil einer "Hexenjagd in Westminster" sein. Vor kurzem äußerte sie sich auf Twitter: "Dieser 'Vorfall' passierte 2002. Niemand war im entferntesten verärgert oder angegriffen. Mein Knie ist noch intakt."

Julia Hartley-Brewer @JuliaHB1
A statement from me on the Westminster sex pest rumour mill currently doing the rounds... https://t.co/0NDAjPmZmJ

Mehrere Vorwürfe

Gegen britische Politiker waren in den vergangenen Wochen Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Übergriffe bekannt geworden. In London soll eine Liste mit den Namen von etwa 40 konservativen Parlamentariern kursieren, denen "unangemessenen Verhalten" vorgeworfen wird. Darunter sind Medienberichten zufolge mehrere Regierungsmitglieder.

Theresa May hatte angekündigt, sollte es Hinweise oder Belege für Fehlverhalten geben, werde dies Konsequenzen haben. Sie lud die Parteichefs daher für Anfang kommender Woche zu einem Treffen ein, um einen einheitlichen Beschwerdeweg für derartige Fälle festzulegen.

Tom Newton Dunn @tnewtondunn
Michael Fallon's resignation letter to the PM; https://t.co/1reiN7QGtS

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. November 2017 um 22:15 Uhr.

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