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Falkland-Inseln stimmen über Zugehörigkeit zu Großbritannien ab
Ein Referendum - nicht das Ende der Diskussion
Im Streit um die vor Argentinien gelegenen Falkland-Inseln haben nun die Bewohner das Wort: Sie können in einem Referendum entscheiden, ob sie weiter zu Großbritannien gehören wollen - eine Mehrheit für den Verbleib gilt als gewiss. Argentinien will das Resultat nicht anerkennen.
Von Julio Segador, ARD-Hörfunkstudio Buenos Aires
Über den Ausgang des Referendums auf den Falkland-Inseln gibt es keine Zweifel. Die Kelper, wie die nicht einmal 3000 Einwohner des Archipels im Südatlantik genannt werden, werden sich mit großer Mehrheit dafür aussprechen, weiter Teil des britischen Königreiches zu sein. Der Status Quo wird nur noch einmal untermauert.
Für Argentinien dagegen ist die zweitägige Abstimmung nur eine Schaufensterveranstaltung. Der Anspruch auf die Malvinas, wie die Südamerikaner die Falkland-Inseln nennen, bleibt daher unabhängig vom Ergebnis des Referendums bestehen.
Referendum auf den Falklandinseln
J. Segador, ARD Buenos Aires
09.03.2013 23:47 Uhr
Präsidentin Cristina Kirchner kündigte an, die Abstimmung bedeute keinesfalls das Ende der Diskussion über die Souveränität der Inseln. Sie fordert vom englischen Premier David Cameron Verhandlungen über die Zukunft des Archipels. Verhandlungen, die auch die Vereinten Nationen empfohlen haben, die England aber bis heute ablehnt.
"Wir glauben, dass die Diplomatie der einzig gangbare Weg ist, um den Frieden zu verteidigen. Wir wollen die Souveränität zurück, aber nur auf friedlichem Weg. Wir haben nichts zu tun mit dieser Diktatur, unter der auch wir Argentinier litten und die wir ablehnen. Wie kann es sein, dass die Briten damals akzeptierten, mit Mördern zu verhandeln und sie es gleichzeitig ablehnen, mit Präsidenten zu reden, die aus freien Wahlen hervorgingen", sagt Argentiniens Präsidentin Kirchner.
Bewohner der Falklandinseln entscheiden über Zugehörigkeit zu Großbritannien
tagesthemen 22:45 Uhr, 10.03.2013, Bernd Rasem, ARD London
Keine Einigung in Sicht
Die aggressive Haltung der Argentinier trägt allerdings Mitschuld daran, dass es seit dem Falkland-Krieg vor 31 Jahren zu keinen Verhandlungen gekommen ist. Die argentinische Regierung bezeichnet die britische Verwaltung auf der Insel als Besatzung. Sie wirft dem Königreich vor, mit den rund 1300 Soldaten, die auf einem Militärstützpunkt auf der Insel stationiert sind, den Südatlantik zu militarisieren. Bis heute weigern sich argentinische Politiker, sich mit Vertretern der Inselverwaltung an einen Tisch zu setzen.
Falkland-Gouverneur Nigel Haywood nimmt es dem südamerikanischen Land daher nicht ab, an ernsthaften Verhandlungen interessiert zu sein. "Argentinien hat das Ziel, die Falkland-Inseln zu übernehmen, und zwar gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung der Insel. Das ist ziemlich genau die Definition von Kolonialismus. Für uns ist das Selbstbestimmungsrecht das Wichtigste. Die Bevölkerung soll selber entscheiden, wer sie regieren soll. So sieht es auch die UN-Charta vor. Davon entfernt sich Argentinien leider", sagt Haywood.
Die Falklandinseln als Wirtschaftsfaktor
Die Falkland-Inseln sind von Großbritannien wirtschaftlich unabhängig. Ihre Einnahmen bestreiten sie aus Fischfang, Tourismus und Schafzucht. Künftig könnte noch Rohöl dazukommen. Derzeit wird in unmittelbarer Nähe der Inseln nach Öl gebohrt. Angeblich können in einigen Jahren bis zu 500 Millionen Barrel Rohöl gefördert werden. Ohne Zweifel ist die geopolitische und strategische Lage der Falkland-Inseln eminent wichtig. Sie sind der britische Brückenkopf zur Antarktis.
Nicht zuletzt durch den Klimawandel hat dort eine atemberaubende Jagd auf Rohstoffe eingesetzt. Öl, Gas und Diamanten werden unter dem Packeis vermutet, dazu wertvolle Metalle wie Nickel, Blei und Platin. Für Argentinien steht daher fest, dass das Interesse der Briten für den Archipel ausnahmslos wirtschaftliche Gründe hat.
Stand: 10.03.2013 00:51 Uhr
