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[Bildunterschrift: In den Straßen von San Francisco war die Flamme die meiste Zeit nicht zu sehen. Dafür bot sich dieser Anblick. ]
Überraschung beim olympischen Fackellauf in San Francisco: Mit einem Katz-und-Maus-Spiel haben die Veranstalter auf die Gefahr von Ausschreitungen entlang der ursprünglich geplanten Route reagiert. Tausende Schaulustige und Demonstranten, die über Stunden hinweg an der Hafenpromenade auf die Läufer gewartet hatten, wurden enttäuscht.
Der erste Läufer nahm die Fackel auf einer Bühne in Empfang und rannte dann in eine Lagerhalle. Anschließend fuhr eine Motorrad-Eskorte los, der Fackelträger war jedoch nicht mehr zu sehen. Rund eine Stunde später tauchte er plötzlich in einem anderen Stadtteil - weit entfernt von der eigentlich geplanten Strecke - wieder auf. Laut Medienberichten war der Sportler mit einem Bus dorthin gefahren worden. Dort wurde der Fackellauf unter starkem Polizeischutz ohne große Zwischenfälle in weitgehend leeren Straßen fortgeführt. Der Lauf ging dann so glanzlos zu Ende, wie er begonnen hatte: Auch die geplante Abschlussfeier auf dem Justin-Herman-Platz strichen die Veranstalter kurzfristig.
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David Perry, Sprecher der Fackellauf-Organisatoren, verteidigte die Programm-Änderungen. Die "außergewöhnliche Maßnahme" sei zum Schutz der Läufer getroffen worden, sagte er dem Lokalsender KTVU. Zahlreiche Fackelträger hätten sich vor gewalttätigen Ausschreitungen gefürchtet. Trotz der Streckenänderung seien drei Läufer abgesprungen, sagte Perry.
[Bildunterschrift: Meinungsverschiedenheit am Rand der Fackel-Strecke ]
Schon vor Beginn des Fackellaufs hatten mehrere hundert Menschen friedlich auf der Golden-Gate-Brücke gegen die chinesische Tibet-Politik und Menschenrechtsverletzungen in Birma protestiert. Entlang der ursprünglich geplanten Route kam es anschließend zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Unterstützern der chinesischen Regierung.
Führende Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) reagierten erleichtert. IOC-Präsident Jacques Rogge sagte, "die Situation in San Francisco war besser, aber es war nicht die freudige Party, die wir uns erhofft haben". Der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach nahm "mit großer Freude zur Kenntnis, dass in San Francisco nichts passiert ist." Auch der norwegische IOC-Marketing-Chef Gerhard Heiberg war "sehr zufrieden, weil es keine Verletzten gab".
In London und Paris waren am Sonntag und Montag anti-chinesische Proteste am Rande der Laufstrecke gewaltsam eskaliert. In Paris musste die Flamme vorübergehend sogar gelöscht werden. Zu ihrem Zielort wurde sie dort schließlich im Bus gebracht.
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San Francisco war die sechste Station der Fackel auf ihrer internationalen Reise nach Peking und die einzige auf nordamerikanischem Boden. Nun soll die Olympische Fackel noch nach Buenos Aires in Argentinien und dann in ein Dutzend weiterer Länder reisen, bevor sie am 4. Mai nach China kommt. Seit dem 24. März, als der Fackellauf im antiken Olympia begann, kam es immer wieder zu Protesten.
Der Ursprung des Fackellaufs: Die Olympischen Spiele des Altertums kannten noch keinen Fackellauf. Erst 1936 wurde zu den XI. Olympischen Spielen in Nazideutschland der erste Fackellauf veranstaltet. Die Idee soll vom damaligen Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees, Carl Diem, stammen.
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