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27.05.2012

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Facebook treibt den Kontrollverlust weiter voran
Pro und Contra Facebook-Gesichtserkennung

Facebook treibt den Kontrollverlust voran

von Fiete Stegers, tagesschau.de

Klar, Facebooks neue Funktion zur Gesichtserkennung lässt sich abstellen. Wenn ich als Nutzer nicht möchte, dass Facebook meinen Internet-Bekannten gleich meinen Namen zur Beschriftung vorschlägt, sobald sie ein Foto hochladen, kann ich die entsprechende Option in meinen Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren.

Dafür muss man sich als Nutzer zwar durch etliche Untermenüs der Plattform hangeln, aber es geht - und Facebook erklärt einem sogar, wie es funktioniert. Andere Dinge erklärt Facebook seinen Nutzern hingegen nicht: Die Freischaltung der Funktion erfolgte wie gewohnt ohne große Ankündigung, als Standardeinstellung war die automatische Erkennung bei allen Nutzer erst einmal aktiviert - Facebook legt es in allen Dingen darauf, die Nutzer erst einmal zu einer möglichst umfassenden Freigabe ihrer Daten zu bewegen. Vor allen Dingen erklärt das intransparente Unternehmen seinen Nutzern nicht, was den hinter den Kulissen der Gesichtserkennung abläuft.

Eine gigantische Gesichtsdatenbank entsteht

Welche Daten werden gespeichert? Bedeutet das Deaktivieren vielleicht nur, dass die Gesichtserkennung für die Nutzer unsichtbar wird, aber im Hintergrund weiterläuft? Bei rund 600 Millionen registrierten Nutzern könnte Facebook hier eine gigantische Gesichtsdatenbank aufbauen, die weit über ähnliche Funktionen einzelner Fotodienste hinausgeht und nicht nur professionellen Datenschützer ein kaltes Schaudern über den Rücken fahren lässt. Welche versteckten Passagen in Facebooks Nutzungsbedingungen räumen dem Unternehmen welche Rechte ein? Können später nicht nur Facebook-Nutzer, sondern beliebige Personen "getaggt" werden?

Schon seit Jahren sehen Experten den Zeitpunkt kommen, an dem Suchmaschinen plötzlich alle im Internet verfügbaren Bilder mit Namen verknüpfen können, unabhängig davon, wer diese eingestellt hat. Stellen Sie sich vor, dass eine Suche nach Ihrem Namen plötzlich Fotos findet, von deren Existenz sie gar nichts ahnten: ein Bild vom Volksfest, bei dem Sie winzig klein im Hintergrund zu sehen sind, das Urlaubsfoto eines anderen Touristen, den Sie gar nicht kennen, ein Jugendfoto Ihrer alten Schule, das bisher ohne Namen im Netz stand. Was mit solchen Bildern geschieht, lässt sich weit weniger kontrollieren als das, was man selbst oder andere in Sozialen Netzwerken schreiben oder anklicken.

Google hätte nach eigenen Angaben schon eine Gesichtserkennungsfunktion für sein Handy-Betriebssystem einführen können, dann aber (zunächst) darauf verzichtet. Bei Facebook ist das nicht zu erwarten - das Verschieben der Grenzen in Sachen Privatsphäre ist Unternehmensziel.

Pro:

Pro
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Stand: 08.06.2011 18:43 Uhr
 

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