Mark Zuckerberg | Bildquelle: REUTERS

Datenprobleme bei Facebook "Lösung wird Jahre dauern"

Stand: 03.04.2018 08:14 Uhr

Schnelle Lösung beim Schutz von Nutzerdaten? Bei Facebook ist das wohl eher nicht in Sicht. Konzernchef Zuckerberg glaubt, dass es "einige Jahre" dauern könnte, alle Datenprobleme zu beheben.

Nach dem Bekanntwerden des Skandals um Datenmissbrauch bei Facebook wird der Druck auf das Unternehmen größer, die Nutzerdaten besser zu schützen. Doch Unternehmenschef Mark Zuckerberg dämpft Hoffnungen auf schnelle Lösungen: Nach seiner Worten werde Facebook "einige Jahre" brauchen, um diese Probleme zu beheben.

Er wünschte, er könnte alle diese Probleme in drei oder sechs Monaten lösen, doch sei eine "längere Zeitspanne" nötig, sagte Zuckerberg in einem Interview des US-Nachrichtenportals "Vox". Man werde sich aus "diesem Loch herausgraben", doch das werde wohl einige Jahre dauern.

Aus den Fehlern der US-Wahl gelernt

Rund 14.000 Mitarbeiter würden derzeit an der Sicherheit des sozialen Netzwerkes arbeiten. Unter anderem gehe es dabei um die mutmaßliche Einmischung Russlands bei den Präsidentschaftswahlen in den USA 2016. Aus diesen Fehler habe man aber gelernt, so Zuckerberg. Als Beispiel nannte er die Bundestagswahl in Deutschland im vergangenen Jahr.

"Wir haben direkt mit der deutschen Wahlkommission zusammengearbeitet. Wenn man mit der Regierung in einem Land zusammenarbeitet, hat man gemeinsam tatsächlich ein besseres Verständnis davon, was dort vor sich geht und worauf man sich konzentrieren muss."

Ein wenig Selbstkritik

Grundsätzlich habe man sich wohl zu sehr auf die positiven Aspekte sozialer Netzwerke konzentriert und nicht darauf, wie man sie negativ nutzen könnte, sagte Zuckerberg in dem Interview. Man sei zu idealistisch gewesen.

Zuckerberg reagierte auch auf die Kritik von Apple-Chef Tim Cook. Dieser hatte vor Journalisten gesagt, dass sich das größte soziale Netzwerk der Welt nichts aus seinen Kunden mache. Apple hätte aus den Daten seiner Kunden ebenfalls Geld machen können, sich aber dagegen entschieden. Zuckerberg entgegnete, dass er diese Argumente lächerlich finde.

"Wenn sie einen Dienst aufbauen möchten, der hilft, jeden auf der Welt zu verbinden, dann gibt es eine Menge Menschen, die es sich nicht leisten können, zu zahlen." Ein werbegestütztes Modell sei das einzig vernünftige, um alle Menschen zu erreichen.

Das Firmenschild von Cambridge Analytica am Unternehmenssitz in London | Bildquelle: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shuttersto
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Der Skandal um die Abschöpfung der Daten von Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica setzt den Konzern massiv unter Druck.

Massiver Druck auf Facebook

Der Skandal um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern setzte dem Konzern massiv zu. Die Daten sollen von der Datenanalyse-Firma Cambridge-Analytica für den Wahlkampf des US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. Behörden in den USA wie Großbritannien haben Ermittlungen eingeleitet. Daraufhin zogen sich Anleger schlagartig zurück, die Facebook-Aktie stürzte zwischenzeitlich um 17 Prozent ab. Große Unternehmen kündigten an, keine Werbung mehr über das Netzwerk zu schalten.

Als Reaktion auf den Skandal hatte Facebook bereits in den vergangenen Tagen eine Reihe von Änderungen in dem Online-Netzwerk angekündigt. Durch eine Neugestaltung der Facebook-Seiten sollen die Nutzer nach Angaben des Unternehmens leichteren Zugang zu Einstellungen und Funktionen erhalten, mit denen sie die Sicherheit ihrer Profile erhöhen können.

Mit Informationen von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Zuckerberg: es wird Jahre brauchen bis das Datenproblem gelöst ist
Katharina Wihelm, ARD Los Angeles
03.04.2018 07:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 03. April 2018 um 07:22 Uhr.

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