Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Gefälschte Facebook-Konten Zuckerberg lässt Bundestagswahl-Manipulation prüfen

Stand: 22.09.2017 02:55 Uhr

Mit falschen Facebook-Accounts sollen russische Drahtzieher die US-Wahl beeinflusst haben. Firmenchef Zuckerberg hat nun Gegenmaßnahmen angekündigt - und will auch Aktivitäten in Deutschland untersuchen lassen.

Mark Zuckerberg hat sich mit einer Videobotschaft aus der Elternzeit zurückgemeldet: Facebook werde die Werbeanzeigen, mit denen sich mutmaßlich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben, dem US-Kongress offenlegen, sagte der Firmenchef.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen an, um Regierungen an der Beeinflussung von Wahlen zu hindern. "Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben", sagte Zuckerberg. Er kündigte unter anderem an, politische motivierte Werbung besser zu kennzeichnen. Damit solle leichter erkannt werden können, welche Spots in Verbindung mit einer Wahl geschaltet worden seien. Nutzer sollen künftig erkennen können, wer welche Anzeigen geschaltet hat und welche Werbung andere Nutzer zu sehen bekommen, so Zuckerberg. Der US-Konzern werde zudem derartige politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen.

Tausende Fake-Konten

Facebook habe "Tausende" gefälschte Accounts entdeckt und blockiert, die möglicherweise versuchten, Wahlen in vielen Ländern zu beeinflussen, zuletzt unter anderem in Frankreich. Untersucht würden auch die Aktivitäten von Nutzerkonten, die im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland gelöscht worden seien. Facebook stehe mit dem Bundesamt für Informationssicherheit in Kontakt.

Zudem habe das Unternehmen auch die politischen Parteien und Kandidaten in Deutschland über Sicherheitsmaßnahmen informiert. "Bislang haben wir jedoch keine Beeinflussung der Wahlen in Deutschland feststellen können. Das ist für uns sehr wichtig. Und wir haben uns darauf schon vor längerer Zeit fokussiert", sagte Zuckerberg in seiner Videobotschaft.

Federal Office for Information Security steht an einer Glasscheibe | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie
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Facebook steht mit dem Bundesamt für Informationssicherheit in Kontakt.

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten. "Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

Russland weist Einmischung zurück

Der Kreml wies eine Verbindung zu den Anzeigen zurück. "Wir wissen nicht, wer Facebook-Anzeigen bucht und wie man das macht, und haben das nie getan, und die russische Seite war nie daran beteiligt", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Regierung in Moskau bestritt bereits mehrfach, dass sie versucht habe, die amerikanische Präsidentenwahl im vergangenen Jahr zu manipulieren.

Über den Inhalt der fraglichen Anzeigen ist bisher nur wenig bekannt geworden. Facebook erklärte, in einem Großteil seien zwar die Wahl oder die Kandidaten nicht direkt erwähnt worden. Sie seien aber darauf ausgerichtet gewesen, die Spaltung bei umstrittenen Themen wie Spannungen zwischen Ethnien, Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen.

Über dieses Thema berichteten am 22. September 2017 Deutschlandfunk um 05:30 Uhr und NDR Info u.a. um 10:15 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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