Sanitäter helfen den Verletzten nach Explosion in Istanbul | Bildquelle: AFP

Terrorakt in der Türkei Verheerender Anschlag in Istanbul

Stand: 12.01.2016 15:38 Uhr

Bei der Bombenexplosion in Istanbul sind nach bisherigem Stand zehn Menschen getötet worden - die meisten von ihnen laut einem Medienbericht Deutsche. Das verlautete demnach aus dem Amt des türkischen Ministerpräsidenten. Bei der Explosion wurde auch 15 Menschen verletzt.

Die meisten Todesopfer des mutmaßlichen Anschlags in Istanbul sind laut einem Medienbericht Deutsche. Das verlautete aus dem Amt des Ministerpräsidenten. Der türkische Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu telefonierte mit Kanzlerin Angela Merkel, um sie über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Merkel hatte große Sorge geäußert, "dass auch deutsche Staatsbürger unter den Opfern und Verletzten sein könnten und wahrscheinlich sein werden." Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich besorgt.

Zuvor hatte die Zeitung "Hürriyet" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, dass unter den Verletzten neun Deutsche seien. Sie würden in insgesamt vier Krankenhäusern behandelt. Der Sender CNN Türk hatte zuvor berichtet, in zwei Krankenhäusern würden insgesamt sechs Deutsche behandelt.

Das Auswärtige Amt hat inzwischen aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise veröffentlicht: "Reisenden in Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen vorläufig zu meiden."

Rainald Becker, ARD Berlin, zur Möglichkeit von deutschen Opfern in Istanbul
tagesschau 14:00 Uhr, 12.01.2016

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Erdogan: Täter war Syrer

Für die Bombenexplosion in Istanbul ist nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein Selbstmordattentäter aus Syrien verantwortlich. Es soll sich um einen 1988 geborenen Mann handeln.

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Anschlag vor der Blauen Moschee in Istanbul zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Unter den Toten sind nach offiziellen Angaben viele Ausländer. "Ein großer Teil ist ausländischer Herkunft", sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus in Ankara.

Ministerpräsident Davutoglu berief ein Dringlichkeitstreffen ein, an dem der Innenminister und die Chefs der Sicherheitsdienste teilnehmen. Außerdem verhängten die Behörden - wie bei früheren Angriffen - eine Nachrichtensperre und verboten den Medien, Bilder der Opfer zu veröffentlichen oder über Einzelheiten der Ermittlungen zu berichten.

Polizei sichert einen Platz in Istanbul | Bildquelle: AP
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Die Polizei riegelte das Gebiet um den Anschlag weiträumig ab.

EU verurteilt Terrorangriff

Die Explosion hatte sich am Vormittag im Viertel Sultanahmet ereignet, das Touristen aus aller Welt mit den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt anlockt, darunter auch der Topkapi-Palast und die Hagia Sophia. Der private Sender NTV berichtete, die Explosion, die in mehreren Vierteln der Stadt zu hören war, habe sich in einem Park mit einem charakteristischen Obelisken ereignet. Die Polizei habe die Gegend abgesperrt und den Menschen verboten, sich zu nähern, falls es zu einer zweiten Explosion komme.

EU-Ratspräsident Donald Tusk verurteilte über den Kurznachrichtendienst Twitter den "brutalen Terrorangriff" in Istanbul. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini spricht von einer Terrorattacke.

Donald Tusk @eucopresident
I condemn the brutal terrorist attack in #Istanbul today. My thoughts are with the victims.

In der Türkei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verübt. Im Juli wurden bei einem Anschlag in Suruc an der Grenze zu Syrien mehr als 30 Menschen getötet. Im Oktober hatten sich zwei Selbstmordattentäter während einer Friedensdemonstration nahe dem Hauptbahnhof in Ankara in die Luft gesprengt. Mehr als 100 Menschen kamen ums Leben. Den Doppelanschlag schreiben die türkischen Behörden einer örtlichen Zelle des IS zu. Es war der verheerendste bis dahin verübte Anschlag in der Türkei.

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