Polizei sichert einen Platz in Istanbul | Bildquelle: AP

Behörden vermuten Terrorakt Zehn Tote bei Explosion in Touristenviertel

Stand: 12.01.2016 12:41 Uhr

Bei einer Explosion im Zentrum Istanbuls sind offiziellen Angaben zufolge zehn Menschen getötet und 15 verletzt worden. Unter den Verletzten sollen auch Deutsche sein. Laut Behörden könnte es sich bei der Detonation im Altstadtviertel Sultanahmet um einen Terrrorakt handeln.

In Istanbul hat es eine schwere Explosion gegeben. Bei der Detonation in dem bei Touristen beliebten Altstadtviertel Sultanahmet sind mehrere Menschen getötet worden. Nach offiziellen Angaben sind zehn Menschen ums Leben gekommen. 15 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Regierung verhängte eine Nachrichtensperre. Laut Medienaufsicht RTÜK dient der Schritt der "nationalen Sicherheit". Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu berief ein Dringlichkeitstreffen ein, an dem der Innenminister und die Chefs der Sicherheitsdienste teilnehmen.

Sechs Deutsche verletzt?

Laut einem Bericht des Senders CNN Türk sind unter den Verletzten mindestens sechs Deutsche. Demnach werden in zwei Krankenhäusern in Istanbul jeweils drei verletzte Deutsche behandelt. Aus anderen Krankenhäusern gebe es noch keine Informationen. Unter den Verletzten ist auch ein Norweger, erklärt das norwegische Außenministerium.

Auswärtiges Amt @AuswaertigesAmt
#ReiseSicherheit #Türkei: Reisenden in #Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen vorläufig zu meiden. https://t.co/5oS7DHutO9

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Informationen von CNN Türk nicht. Das Generalkonsulat in Istanbul bemühe sich um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden. In den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen heißt es: "Reisenden in Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen vorläufig zu meiden."

Spekulationen über Selbstmordanschlag

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, es habe sich vermutlich um einen Terroranschlag gehandelt. Der Sender CNN Türk berichte, die Polizei gehe von einem Selbstmordanschlag aus.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Rettungswagen in das Viertel fuhren. Die Explosion war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören. Eine Reporterin von CNN Türk berichtete von schockierten Touristen, die nach der Explosion auf dem Pflaster gesessen hätten. Augenzeugen hätten gesagt, sie hätten einen Feuerball aufsteigen gesehen.

In Sultanahmet liegen unter anderem die Hagia Sophia und die Blaue Moschee, die zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei gehören.

Polizei sichert einen Platz in Istanbul | Bildquelle: REUTERS
galerie

Polizei sperrte das Gebiet rund um die Explosion ab.

In der Türkei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verübt. Im Oktober wurden bei einem doppelten Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Ankara 103 Menschen getötet. Der bislang blutigste Anschlag auf türkischem Boden wurde der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) zugeschrieben. Am 23. Dezember wurde auf dem Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen bei einem Attentat ein Mensch getötet, zu der Tat bekannte sich die Kurdengruppe TAK. Die Türkei hat seit dem Sommer ihr Vorgehen gegen kurdische Aktivisten um die verbotene PKK deutlich verschärft.

Darstellung: