Russlands Präsident Putin legt Blumen für die Opfer des Anschlags in St. Petersburg nieder. | Bildquelle: AFP

Anschlag in St. Petersburg Hinweise auf Attentäter aus Zentralasien

Stand: 04.04.2017 02:02 Uhr

Nach der Explosion einer Bombe in der Metro von St. Petersburg ist die Zahl der Toten auf mindestens elf gestiegen. Nach Medieninformationen gehen die Ermittler mittlerweile von einem Selbstmordattentäter aus, der aus Zentralasien stammen soll.

Nach der Explosion in der U-Bahn der Millionenmetropole St. Petersburg ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der russischen Behörden auf mindestens elf gestiegen. 45 Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt, vier von ihnen seien in einem besonders kritischen Zustand, sagte die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa laut Nachrichtenagentur Tass.

Die russischen Behörden nahmen unterdessen Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine Quelle aus Sicherheitskreisen meldete, gehen die Ermittler zudem mittlerweile von einem Täter aus - anstatt bisher von zwei Tätern. Demnach soll ein Selbstmordattentäter die Explosion ausgelöst haben. Die verdächtige Person sei 23 Jahre alt. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die Agentur TASS, die sich ebenfalls auf Sicherheitskreise beruft, berichtete, dass die Identität des Verdächtigen vorläufig geklärt werden konnte. Der Mann soll demnach aus Zentralasien stammen und Kontakt zu Kämpfern in Syrien gehabt haben.

Die Ermittler nehmen laut Interfax an, dass der Verdächtige eine als Feuerlöscher getarnte Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Wosstanija-Platz) deponiert habe und dann einen zweiten Sprengsatz in einem Rucksack in die Bahn brachte. Beweise, die sich am Tatort fanden, deuteten nach Informationen der Nachrichtenagentur auf einen Anschlag eines Selbstmordattentäters hin. Die erste Bombe konnte entschärft werden, bevor sie explodierte.

Nach dem Anschlag in St. Petersburg: Hinweise auf Attentäter
Morgenmagazin, 04.04.2017, Golineh Atai, ARD Moskau

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Putin legte Blumen nieder

Nach der Explosion der Bombe in dem U-Bahn-Waggon am Nachmittag gingen die Ermittler zunächst von zwei Tätern aus, die von Überwachungskameras gefilmt worden sein sollen. Einer der Verdächtigen soll sich aber mittlerweile selbst der Polizei gestellt und seine Unschuld beteuert haben. Laut Interfax werde er weiter befragt.

Behörden schätzten die Sprengkraft der Bombe auf 200 bis 300 Gramm TNT. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken. Nachdem der Betrieb der U-Bahn am Nachmittag komplett eingestellt wurde, fahren die Züge in St. Petersburg inzwischen wieder. In der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt wurde eine dreitägige Trauer ausgerufen.

1/7

Explosion in der Metro von St. Petersburg

Bombenexplosion in der Metro St. Petersburg

Trauer und Entsetzen in St. Petersburg: Ein Mann legt an der Metrostation Sennaja Ploschtschad Blumen nieder - in Trauer um die Opfer der Explosion. | Bildquelle: REUTERS

Russlands Präsident Wladimir Putin schloss einen Terroranschlag nicht aus. Die Ermittler gingen allen möglichen Ursachen nach - "Unfall, Verbrechen und vor allem Terror", sagte Putin. Am späten Abend legte er vor der Metrostation "Technologitscheskij Institut" Blumen nieder. Zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Anschlags hielt sich der Staatschef in St. Petersburg auf - hier traf er sich zu Gesprächen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Weltweite Anteilnahme

Die Anteilnahme gegenüber Russland ist weltweit groß. Bei einem Telefonat mit Putin bat US-Präsident Donald Trump Russland volle Unterstützung bei der Fahndung nach den Tätern an. Trump habe die Attacke verurteilt und dem russischen Volk sein tiefstes Beileid ausgesprochen, teilte das Weiße Haus mit.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den mutmaßlichen Anschlag ebenfalls scharf und bezeichnete die Tat als "barbarischen und feigen terroristischen Angriff". In der einstimmig beschlossenen Erklärung forderten die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates, die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich "schockiert und betrübt" über den Anschlag und betonte: "Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen." Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kondolierte. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenztelegramm an Putin entsetzt über die Explosion in St. Petersburg. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um einen feigen Anschlag gehandelt hat", heißt es in dem Schreiben. "Sollte sich dies bewahrheiten, so wäre dies ein barbarischer Akt, den ich aufs Schärfste verurteile und dessen Drahtzieher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen", sagte Merkel.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 03. April 2017 um 00:30 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 04. April 2017 um 07:38 Uhr.

Darstellung: