In St. Petersburg trauern die Menschen um die Opfer des mutmaßlichen Terroranschlags.  | Bildquelle: AFP

Nach mutmaßlichem Anschlag St. Petersburg trauert

Stand: 03.04.2017 23:34 Uhr

In St. Petersburg trauern die Menschen um die Opfer eines mutmaßlichen Terroranschlags. Am Nachmittag war eine Bombe explodiert, mindestens elf Menschen wurden getötet. Die Hintergründe sind unklar. Die Agentur Interfax berichtet von einem möglichen Selbstmordattentäter.

Nach der Explosion in der U-Bahn der Millionenmetropole St. Petersburg ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der russischen Behörden auf mindestens elf gestiegen. 45 Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt, teilte das staatliche Anti-Terror-Komitee laut Nachrichtenagentur mit.

Die russischen Behörden ermitteln wegen Terrorverdachts. Russlands Präsident Wladimir Putin schließt einen Terroranschlag nicht aus. Die Ermittler gingen allen möglichen Ursachen nach - "Unfall, Verbrechen und vor allem Terror", sagte Putin. Am späten Abend legte er vor der Metrostation Technologitscheskij Institut Blumen nieder.

Am Nachmittag war ein Sprengsatz in einer fahrenden U-Bahn tief unter dem Zentrum der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt explodiert. Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terroranschlag aus. Die Behörden fahnden Medienberichten zufolge nach zwei Verdächtigen. Die Täter sollen von Überwachungskameras gefilmt worden sein. Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise.

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Explosion in der Metro von St. Petersburg

Bombenexplosion in der Metro St. Petersburg

Trauer und Entsetzen in St. Petersburg: Ein Mann legt an der Metrostation Sennaja Ploschtschad Blumen nieder - in Trauer um die Opfer der Explosion. | Bildquelle: REUTERS

Einer der Verdächtigen soll die Bombe in einer Aktentasche unter einem Sitz in der U-Bahn platziert haben, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete.

Der andere mutmaßliche Täter soll eine zweite Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Wosstanija-Platz) deponiert haben, die wurde von Sicherheitskräften entdeckt und konnte rechtzeitig unschädlich gemacht werden.

Einer der Verdächtigen stellte sich mittlerweile der Polizei und beteuerte seine Unschuld, so ARD-Korrespondent Udo Lielischkies in den tagesthemen.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, zzt. St. Petersburg, zur aktuellen Lage
tagesthemen 22:25 Uhr, 03.04.2017

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Außerdem meldete die Nachrichtenagentur Interfax am späten Abend unter Berufung auf Quellen aus Sicherheitskreisen, dass ein Selbstmordattentäter für die Explosion verantwortlich sein könnte. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Behörden schätzten die Sprengkraft der Bombe auf 200 bis 300 Gramm TNT. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken. Ein am Flughafen von St. Petersburg in einem Restaurant entdeckter herrenloser Gegenstand erwies sich als harmlos - die Behörden gaben Entwarnung.

Zuvor hatte es ähnliche Berichte über Gegenstände in einer Straßenbahn gegeben. Putin, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort St. Petersburgs aufhielt, sprach den Familien sein Beileid aus. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach er.

Nachdem der Betrieb der U-Bahn am Nachmittag komplett eingestellt wurde, fahren die Züge in St. Petersburg inzwischen wieder. Auf der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, sind zunächst nur einige Stationen geöffnet.

Sicherheitsvorkehrungen erhöht

Am Flughafen St. Petersburg und in der Hauptstadt Moskau wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Details nannten die Behörden nicht. Russland war in der Vergangenheit mehrmals Ziel von Anschlägen militanter Tschetschenen. Führer der Rebellen hatten wiederholt mit weiteren Attacken gedroht. 2010 waren 38 Menschen gestorben, als zwei Selbstmordattentäterinnen ihre Sprengsätze in der Moskauer Metro zündeten. In St. Petersburg gab es bislang keine Anschläge mit Toten.

Anschlag in St. Petersburg
Brennpunkt, 03.04.2017

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Weltweite Anteilnahme

Die Anteilnahme gegenüber Russland ist weltweit groß. UN-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein tiefes Mitgefühl aus. "Die Verantwortlichen dieser schrecklichen Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden", teilte sein Sprecher mit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich "schockiert und betrübt" über den Anschlag und betonte: "Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen." Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kondolierte. US-Präsident Donald Trump nannte den Anschlag eine "absolut schreckliche Sache".

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenztelegramm an Putin entsetzt über die Explosion in St. Petersburg. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um einen feigen Anschlag gehandelt hat", heißt es in dem Schreiben. "Sollte sich dies bewahrheiten, so wäre dies ein barbarischer Akt, den ich aufs Schärfste verurteile und dessen Drahtzieher ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen", sagte Merkel. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Mit Entsetzen und Trauer verfolge ich die Nachrichten aus St. Petersburg, wo ein zur Explosion gebrachter Sprengsatz zahlreiche Tote gefordert hat."

St. Petersburg: Tiefste U-Bahn der Welt

Die Untergrundbahn in St. Petersburg gilt als die tiefste der Welt. Aufgrund des sumpfigen Grundes mussten die Tunnelschächte in bis zu 100 Metern Tiefe und mehr gegraben werden. Die Rolltreppen in den Stationen sind entsprechend lang. Der Bau begann zu Sowjetzeiten. 1955 wurde im damaligen Leningrad die erste Linie eröffnet, 10,8 Kilometer lang mit acht Stationen. Einige Stationen sind besonders prunkvoll. Heute gibt es fünf Metrolinien mit einer Streckenlänge von etwa 110 Kilometern und 67 Stationen. Täglich werden schätzungsweise etwa drei Millionen Menschen befördert.

Brandenburger Tor nicht in russischen Nationalfarben

Das Brandenburger Tor allerdings sollte einem Senatssprecher zufolge am Montagabend nicht in den russischen Nationalfarben angestrahlt werden. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es zur Begründung. Davon solle nur in Ausnahmefällen abgewichen werden. Nach Anschlägen wie etwa in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), Nizza und Jerusalem war das Berliner Wahrzeichen in Solidarität mit den Betroffenen in den Nationalfarben der jeweiligen Länder angestrahlt worden.

Tote nach Selbstmord-Attentat in St. Petersburg
nachtmagazin 00:25 Uhr, 04.04.2017, Olaf Bock, WDR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2017 um 20:00 Uhr.

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