Rettungskräfte und Polizei am U-Bahnhof Sennaja Ploschtschad | Bildquelle: REUTERS

Explosion in St. Petersburg Putin schließt Terror nicht aus

Stand: 03.04.2017 19:26 Uhr

Bei der Explosion in St. Petersburg sind laut russischem Gesundheitsministerium zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen "Terroranschlags" eröffnet. Russlands Präsident Putin zufolge gehen die Ermittler allen möglichen Ursachen nach.

War die Explosion in der U-Bahn von St. Petersburg ein Terroranschlag? Russlands Präsident Wladimir Putin schließt das zumindest nicht aus. Die Ermittler gingen allen möglichen Ursachen nach - "Unfall, Verbrechen und vor allem Terror", sagte Putin. Ein Abgeordneter aus dem russischen Föderationsrat ging sogar noch weiter: Alle Anzeichen deuteten auf einen Terroranschlag hin, sagte Viktor Oserow.

Auch die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen eines "Terroranschlags" in St. Petersburg eröffnet. Die Behörden fahnden Medienberichten zufolge nach zwei Verdächtigen.

Was war passiert? Bei einem Bombenanschlag auf die U-Bahn der russischen Großstadt St. Petersburg sind laut russischer Anti-Terror-Behörde mindestens neun Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Das russische Gesundheitsministerium nennt hingegen laut Agentur Interfax eine Zahl von zehn Toten und 47 Verletzten.

Explosionen in U-Bahn in St. Petersburg
tagesschau 20:00 Uhr, 03.04.2017, Golineh Atai, ARD Moskau

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Überwachungskamera filmte möglichen Täter

Die Explosion ereignete sich in einem Waggon, als der Zug die Station Technologitscheskij Institut (technologisches Institut) Richtung Sennaja Ploschtschad (Sennayaplatz) verließ. Laut Agentur Interfax wurde ein Sprengsatz gefüllt mit Schrapnellen gezündet, der sich in einem Aktenkoffer befunden habe. Eine Überwachungskamera habe den mutmaßlichen Verantwortlichen gefilmt, während er einen Sprengsatz in einer Tasche in der U-Bahn zurückgelassen hat. Die Ermittler erhoffen sich von den Aufnahmen Hinweise auf den Täter. Die Sicherheitsbehörden konnten nach eigenen Angaben noch einen weiteren Sprengsatz in einer anderen U-Bahnstation, Ploschtschad Wosstanija (Wosstanija-Platz), entschärfen.

TV-Sender zeigten Bilder von Verletzten, die auf einem Bahnsteig lagen. Pendler versuchten Fenster und Türen zu öffnen, um zu sehen, ob noch Leute im Zug saßen. Sanitäter oder Mitreisende leisteten Erste Hilfe. In der Seite des Waggons war ein großes Loch zu sehen. Der örtliche Gouverneur Georgi Poltawtschenko mahnte zur Besonnenheit: "Ich appelliere an die Bürger von St. Petersburg und die Gäste der Stadt, im Lichte der Ereignisse wachsam und vorsichtig zu sein und sich verantwortlich zu verhalten."

Putin kondolierte im Konstantinpalast den Familien der Opfer. Er war für ein Treffen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in seine Heimatstadt St. Petersburg gekommen.

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Explosion in der Metro von St. Petersburg

Bombenexplosion in der Metro St. Petersburg

Trauer und Entsetzen in St. Petersburg: Ein Mann legt an der Metrostation Sennaja Ploschtschad Blumen nieder - in Trauer um die Opfer der Explosion. | Bildquelle: REUTERS

Sicherheitsvorkehrungen erhöht

Am Flughafen St. Petersburg und in der Hauptstadt Moskau wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Details nannten die Behörden nicht. Russland war in der Vergangenheit mehrmals Ziel von Anschlägen militanter Tschetschenen. Führer der Rebellen hatten wiederholt mit weiteren Attacken gedroht. 2010 waren 38 Menschen gestorben, als zwei Selbstmordattentäterinnen ihre Sprengsätze in der Moskauer Metro zündeten.

Bundesregierung spricht Mitgefühl aus

Wie zahlreiche andere Staaten und Institutionen sprach auch die Bundesregierung ihr Beileid aus. "Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter. Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel reagierte bestürzt. Neben dem Entsetzen gebe es die große Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien sowie den Menschen Russlands. "Das zeigt, dass wir überall auf der Welt einen großen Gegner haben: Das sind Terroristen und Menschen, die andere in Angst und Schrecken versetzen wollen."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich ebenfalls betroffen: "Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Russland. Unser besonderes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Ich wünsche den Verletzten rasche Genesung."

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach den Betroffenen, ihren Angehörigen und den Bürgern Russlands über den Kurznachrichtendienst Twitter sein "tiefstes Mitgefühl" aus. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat dem russischen Außenminister Sergej Lawrow kondoliert. Ihr Mitgefühl gelte allen Menschen Russlands, sagt Mogherini.

St. Petersburg: Tiefste U-Bahn der Welt

Die Untergrundbahn in St. Petersburg gilt als die tiefste der Welt. Aufgrund des sumpfigen Grundes mussten die Tunnelschächte in bis zu 100 Metern Tiefe und mehr gegraben werden. Die Rolltreppen in den Stationen sind entsprechend lang. Der Bau begann zu Sowjetzeiten. 1955 wurde im damaligen Leningrad die erste Linie eröffnet, 10,8 Kilometer lang mit acht Stationen. Einige Stationen sind besonders prunkvoll. Heute gibt es fünf Metrolinien mit einer Streckenlänge von etwa 110 Kilometern und 67 Stationen. Täglich werden schätzungsweise etwa drei Millionen Menschen befördert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2017 um 17:00 Uhr.

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