Juncker führt Konservative in Europawahl
Konservative wählen Spitzenkandidaten
Juncker führt EVP in Europawahl
Der frühere luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker tritt als europäischer Spitzenkandidat für die Konservativen zur Europawahl an. Juncker setzte sich im irischen Dublin auf dem Nominierungsparteitag der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) in einer Kampfabstimmung gegen den EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier aus Frankreich durch.
"Ich bin sehr stolz, der Spitzenkandidat zu sein", sagte Juncker. Der als Favorit gehandelte Luxemburger gewann die Abstimmung allerdings weniger klar als im Vorfeld erwartet: Juncker errang 382 Stimmen, Barnier vereinigte 245 Stimmen auf sich. Nach seiner Wahl rief Juncker Barnier auf die Bühne des Parteitags. Der Franzose gratulierte seinem Konkurrenten "von ganzem Herzen" und versprach: "Du kannst auf mich zählen."
Europas Konservative küren Juncker zum Spitzenkandidat
tagesthemen 21:45 Uhr, 07.03.2014, Frank Jahn, ARD London
Junker setzt auf soziale Themen
Der langjährige luxemburgische Regierungschef versucht in letzter Zeit mehr und mehr, der Öffentlichkeit seine soziale Seite zu zeigen: Die Schwachen mussten bezahlen für das, was in Europa passiert sei, betonte Juncker heute noch mal. Im ARD-Interview erklärte der 59-Jährige, er stehe für die Schnittmenge aus wirtschaftlicher Effizienz und sozialer Fairness.
Erstmals Spitzenkandidaten
Für die Europawahl Ende Mai stellen die Parteienfamilien erstmals EU-weite Spitzenkandidaten auf. Laut dem EU-Vertrag von Lissabon muss das Ergebnis der Europawahl bei der Auswahl des Kommissionschefs berücksichtigt werden.
Die Spitzenkandidaten treten daher auch um die Nachfolge von José Manuel Barroso im Amt des EU-Kommissionspräsidenten an. Die EVP, zu der auch CDU und CSU gehören, bestimmte als letzte Gruppierung ihren Kandidaten. In den Reihen der Staats- und Regierungschefs wird ein solcher Automatismus skeptisch gesehen.
Porträt Jean-Claude Juncker
K. Küstner, NDR Brüssel
07.03.2014 15:25 Uhr
Schulz Spitzenkandidat der Sozialisten
Für die Sozialisten geht der derzeitige Präsident des Europaparlaments, der Deutsche Martin Schulz (SPD), ins Rennen. Die Liberalen nominierten den früheren belgischen Regierungschef Guy Verhofstadt. Die Grünen bestimmten ein Spitzenduo aus der deutschen EU-Abgeordneten Ska Keller und ihrem französischen Kollegen José Bové. Die Linke setzt auf den griechischen Oppositionsführer Alexis Tsipras.
Stand: 07.03.2014 16:07 Uhr
