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Der Eurostar rollt wieder, wenigstens teilweise, nach Weihnachten soll der Verkehr dann normal laufen. Zunächst können nur die Passagiere mit, die Fahrscheine für das Wochenende hatten - viele Kunden sind wütend. Die Eurostar-Gesellschaft versucht zu beschwichtigen.
Von Henryk Jarczyk, BR-Hörfunkstudio Paris
Die Presse mokiert sich: Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wird nach seiner Blitzintervention zum Oberschaffner auserkoren. Und die Verantwortlichen von Eurostar bemühen sich nach Kräften, das schwer angeschlagene Image wieder herzustellen.
[Bildunterschrift: Zwei Tage vor Heiligabend warten Passagiere in London darauf, in den Eurostar nach Frankreich einsteigen zu dürfen. ]
Damit ist das Bild allerdings noch nicht komplett: Denn gleichgültig ob der Eurostar seit den Morgenstunden nun fährt oder nicht, viele Passagiere haben es satt, immer wieder aufs Neue vertröstet zu werden. Vor allem, weil der Betrieb bis auf Weiteres stark eingeschränkt bleibt.
Eingesetzt werden demnach lediglich rund zwei Drittel der normalerweise unter dem Ärmelkanal verkehrenden Züge. Will heißen, den Eurostar nehmen kann momentan nur ein bestimmter Teil der Passagiere. Und zwar ausschließlich jene, die bereits am Wochenende reisen wollten und im Besitz entsprechender Tickets waren.
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Kein Wunder, dass sich die Freude am Pariser Bahnhof Gare du Nord in ziemlich engen Grenzen hielt. Nicolas Petrovic, einer der Eurostar-Direktoren, versucht dennoch, die Lage unter Kontrolle zu behalten: "Wir haben es hier nicht mit einem Normalbetrieb zu tun. Bitte bitte, wenn Sie nicht müssen, dann reisen Sie auch nicht. Die Fahrt jetzt wird nicht phantastisch sein, weit davon entfernt. Wenn Sie können, dann buchen Sie um, dann annullieren Sie, schreiben Sie uns, wir werden Verständnis haben."
Beruhigende Worte, die manch einer der seit Tagen in Paris wartenden Passagiere nicht mehr hören kann und auch nicht will. Wut macht sich breit, vor allem unter jenen, die am vergangenen Wochenende bis zu 15 Stunden lang unter dem Ärmelkanal ausharren mussten.
Viele von ihnen haben auf höchst abenteuerliche Weise Frankreich wieder erreicht. Wie diese Frau etwa, die drei Tage gebraucht hat, um nach der Eurostar-Panne endlich in die französische Hauptstadt zu gelangen: "Mir sind der Ticketersatz und die Entschädigung von 170 Euro ziemlich egal. Ich werde Eurostar und den französischen Transportminister wegen unterlassener Hilfeleistung verklagen." Die Passagiere seien völlig alleine gelassen worden. "Was hilft es uns, wenn sich Sarkozy drei Tage später mit dem Chef von Eurostar trifft und irgendwelche Untersuchungskommissionen einberuft? Ich suche mir jetzt einen Anwalt", sagt sie. Sie werde sich nicht über den Tisch ziehen lassen.
[Bildunterschrift: Eurostar-Passagiere in London: Zuerst dürfen Passagiere mit Fahrscheinen vom Wochenende mit. ]
Ein Schritt, den auch andere in Erwägung ziehen dürften. Eine Drohung, die Eurostar-Chef Guillaume Pepy durchaus ernst zu nehmen scheint. Dementsprechend versucht er offenbar, die Schuld für die mangelhaften Evakuierungsmaßnahmen schon mal vorsorglich den Tunnelbetreibern in die Schuhe zu schieben: "Man muss die Informationspolitik im Tunnel verbessern. Außerdem ist es notwendig, die Zahl der für den Notfall gedachten Evakuierungszüge zu erhöhen", sagt er. Dann könnten die Passagiere bei Problemen den Tunnel schneller verlassen.
Pepy scheint ahnungslos: "Ich will endlich erfahren, wie es zu den Pannen kommen konnte, damit sie sich nie mehr wiederholen", sagt er. Die französische Bahn, einer der drei Aktionäre von Eurostar, wolle am Ende sagen können, man habe adäquate Maßnahmen ergriffen. "Und ich werde persönlich dafür sorgen", gibt sich Pepy kämpferisch. Nach Weihnachten, so der Eurostar-Chef, soll der Betrieb wieder normal laufen.
Die Probleme mit den Lokomotiven zumindest scheinen behoben zu sein. Maßnahmen, die für mindestens 40.000 Eurostarkunden leider zu spät kommen.
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