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Europol-Warnung vor Anschlägen "Insbesondere Europa im Visier des IS"

Stand: 25.01.2016 13:47 Uhr

Am Rande des EU-Innenministertreffens hat die europäische Polizeibehörde Europol einen Bericht zur Terrorgefahr vorgelegt. Darin warnt sie vor neuen IS-Anschlägen. Im Visier der Dschihadisten befinde sich "insbesondere Europa".

Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor groß angelegten Anschlägen durch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Europa gewarnt. Der IS verfüge über "neue gefechtsartige Möglichkeiten", weltweit "eine Reihe groß angelegter Terroranschläge" zu verüben, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright in Amsterdam. Ein Europol-Bericht komme zu dem Schluss, dass die Dschihadisten "insbesondere Europa" im Visier hätten.

Ziel des IS seien "massenhaft Opfer in der Zivilbevölkerung". Der Bericht warnt besonders vor Anschlägen in Frankreich. Dort waren am 13. November in der Hauptstadt Paris 130 Menschen durch zeitgleiche Angriffe an mehreren Orten getötet worden.

Die derzeitige Bedrohung für Europa sei so groß wie seit zehn Jahren nicht mehr, schreibt Europol auf seiner Webseite. Deshalb sei es nötig, innerhalb der EU eine verbesserte Terrorabwehr zu entwickeln.

Europol-Chef Rob Wainwright. | Bildquelle: dpa
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Europol-Chef Rob Wainwright formulierte eine klare Warnung an die europäischen Staaten.

Neues Europol-Antiterrorzentrum

Wainwright stellte den Bericht am Rande des Treffens der EU-Innenminister anlässlich der Arbeitsaufnahme des neuen Europol-Antiterrorzentrums vor. Das Zentrum sei "ein wichtiger Schritt vorwärts", um eine "aggressive, neue Form des internationalen Terrorismus zu bekämpfen". In dem Zentrum werden vorerst 40 bis 50 Experten arbeiten, die insbesondere einen besseren Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten ermöglichen sollen.

BND warnt vor größerer Bedrohung als 2001

Anfang Januar war bekanntgeworden, dass auch der Bundesnachrichtendienst (BND) von einer massiven Bedrohungslage ausgeht.

Nach Informationen von WDR, NDR und "SZ" schätzt der BND in internen Analysen die Gefahr sogar größer ein als nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Einen der Gründe dafür sieht der Nachrichtendienst in einem "Strategiewechsel" des IS. Er suche jetzt wie auch Al Kaida den "direkten Kampf" mit dem Westen. Europa und die US-Regierung sollen offenbar dazu gedrängt werden, im Irak und in Syrien verstärkt militärisch einzugreifen. Der IS sehne eine solche Intervention geradezu herbei.

Europol-Direktor: "Islamischer Staat" hat Europa im Visier
K. Bensch, WDR Brüssel, zzt. Amsterdam
25.01.2016 16:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Januar 2016 um 14_30 Uhr.

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