Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze in Idomeni, Foto vom 1. März 2016

Europol-Analyse IS nutzt Flüchtlingskrise nicht systematisch aus

Stand: 26.07.2016 11:27 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" nutzt laut Europol die Flüchtlingskrise nicht systematisch aus, um Terroristen nach Europa einzuschleusen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Dennoch sollen aktuell in der EU Hunderte potenzielle Terroristen leben.

Die Attentäter von Würzburg, Ansbach und Reutlingen sind Asylbewerber gewesen - zwei davon handelten nach ersten Erkenntnissen im Namen der Terrormiliz "Islamischer Staat". Deshalb besteht aktuell die Sorge, dass die Terrororganisation die Flüchtlingskrise ausnutzt, um ihre Rekruten ins Land zu schleusen. Doch diese Sorge ist weitgehend unbegründet, beschwichtigt nun die Polizeibehörde Europol.

Der "Islamische Staat" nutze die Flüchtlingsbewegung nicht systematisch, um unbemerkt Terroristen in die Europäische Union einzuschleusen. "Darauf gibt es keinen konkreten Hinweis", sagte ein Europol-Sprecher in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Mitglieder terroristischer Gruppen oder zurückkehrende ausländische Kämpfer mit EU-Pass reisten in der Regel mit echten oder gefälschten Pässen in die EU ein und verließen sich nicht auf Schlepperbanden für Flüchtlinge.

Hunderte potenzielle Terroristen

Nach Informationen von Europol leben aktuell in Europa etwa 5000 "foreign fighters". Das sind Personen, die nach Syrien oder in den Irak gereist seien, um dort für die Terrormiliz IS zu kämpfen. Davon seien etwa ein Drittel in die EU zurückgekehrt. Viele davon hätten aber weder die Absicht noch die Fähigkeit, terroristische Anschläge zu verüben, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Dennoch blieben Hunderte potenzielle Terroristen übrig, die eine Gefahr für die Sicherheit seien. Die nationalen Behörden ermittelten intensiv gegen diese Verdächtigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juli 2016 um 06:00 Uhr.

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