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10.02.2012

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EU-Umweltminister beraten über Kimagipfel
EU-Umweltminister beraten über Kimagipfel

"Wir wollen, dass Kopenhagen der Meilenstein wird"

Zwei Wochen vor Beginn der Klimakonferenz in Kopenhagen haben die EU-Umweltminister über eine gemeinsame Linie für den Klimaschutz beraten. Ein Scheitern hätte katastrophale Folgen, so der deutsche Minister Röttgen. Doch auch die EU hat noch Fragen vertagt.

Von Michael Götschenberg, MDR-Hörfunkstudio Brüssel

Für die Europäer ist das Kampfziel klar: In Kopenhagen soll ein Klimaabkommen heraus kommen, das mehr ist als nur eine bloße Absichtserklärung. "Wir wollen, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen der Meilenstein wird", sagte der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren am Morgen in Brüssel. Die Schweden haben zur Zeit den Vorsitz in der EU. Alle wichtigen Bereiche sollten in dem Kopenhagener Abkommen enthalten sein, so Carlgren.

Norbert Röttgen und Andreas Carlgren (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Es muss gelingen": Norbert Röttgen und Andreas Carlgren ]
Dahinter steckt die Sorge, dass in Kopenhagen die entscheidenden Fragen vertagt werden könnten und am Ende nur eine fromme Absichtserklärung herauskommen könnte. "Es muss gelingen, weil ein Scheitern von Kopenhagen bedeuten würde, dass wir katastrophale Klimafolgen weltweit zu erdulden hätten", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Brüssel.

Die EU sieht sich als Vorreiter im Klimaschutz und geht mit einem konkreten Angebot in die Verhandlungen: Bis 2020 sind die Europäer bereit, ihre Treibhausgase um 20 Prozent zu reduzieren. Sollte ein weltweites Klimaschutzabkommen zustande kommen, will man auch noch eine Schippe oben drauf legen - dann will die EU sogar um 30 Prozent reduzieren.

Osteuropäer pochen auf Ausnahmen

Allerdings hat auch die EU einige Fragen vertagt: Nach wie vor müssen die Europäer klären, wie sie die Lasten innerhalb der EU verteilen. Wer trägt wie viel dazu bei, dass die Klimaziele erreicht werden? Denn auch in der EU pochen viele auf Ausnahmen, allen voran die osteuropäischen Staaten. Sie argumentieren, dass sie in den zurückliegenden 20 Jahren schon genug unternommen hätten, um ihre Industrien zu modernisieren und umweltfreundlicher zu machen.

Doch zu ihrem Angebot für die Klimakonferenz  in Kopenhagen steht die EU. Die Sorge ist nun, dass andere nicht mitziehen, allen voran die Amerikaner und Chinesen, die größten Luftverschmutzer auf dem Globus. "Wir machen Druck", sagt der schwedische Umweltminister Carlgren, aber das alles sei ja auch Teil der Verhandlungstaktik im Vorfeld von Kopenhagen.

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Russland sagt konkrete Reduzierung zu

In der vergangenen Woche hatte Russlands Präsident Dimitrij Medwedew beim EU-Russland-Gipfel zugesagt, die Klimaschutzziele der Europäer übernehmen zu wollen. Russland ist bereit, den Ausstoß von Treibhausgasen in den kommenden zehn Jahren um ein Viertel zu reduzieren. Für die EU war das ein wichtiges Signal, weil mit Russland jetzt zumindest ein wichtiges Land ebenfalls mit einem konkreten Angebot nach Kopenhagen kommt. Dass es den Russen relativ leicht fällt, ihr Klimaschutzziel zu erreichen, ist dabei nebensächlich.

Was am Ende in Kopenhagen herauskommt ist noch offen. Für die EU ging es heute darum, die eigenen Reihen geschlossen zu halten, einmal mehr zu unterstreichen, dass man sich als treibende Kraft hin zu einem neuen globalen Klimaschutzabkommen sieht.

Eins aber ist sicher: Nur mit den USA, China und den Entwicklungsländern ist ein gloables Klimaschutzabkommen auch wirklich global.

Stand: 23.11.2009 14:59 Uhr
 

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