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Kampf gegen Eukalyptusbäume: Eine aussichtslose Schlacht?
Eindringlinge schädigen Südafrikas Ökosystem

Eine aussichtslose Schlacht gegen den Eukalyptus?

Eukalyptusbäume sind für ihr wohltuendes ätherisches Öl bekannt, doch in vielen Regionen der Welt sind sie schlicht Schädlinge. Der Grund: Sie haben einen ungeheuren Wasserverbrauch und schädigen so die einheimischen Ökosysteme massiv. In Südafrika kämpft die Regierung einen wohl aussichtslosen Kampf.

Von Claus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg

Die Kettensäge ist noch etwas unterkühlt an diesem Morgen. Aber dann läuft sie, und der Kampf gegen die "Aliens" kann beginnen. Michelle Barry von der Nationalparkbehörde SanParks hat das Kommando über 13 solcher Trupps. Ihre Mission: invasive Fremdlinge beseitigen - Kiefern, Akazien, Eukalyptusbäume, die die reiche Kapvegetation verdrängen.

Audio: Die Waldpest - Eukalyptusbäume gefährden Südafrikas Ökosystem

AudioClaus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg 21.02.2012 16:57 | 3'05
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"Sieh nur, Rinde, Äste, aber nichts mehr darunter. Der Boden ist fast tot", erklärt sie bei einem Blick auf den Waldboden. "Gut, es gibt ein paar Ameisen und Spinnen, manchmal Skorpione und Schlangen. Aber das war's auch schon. Dabei ist die Erde hier eigentlich reichhaltig - aber nichts wächst, weil der Eukalyptus alles Licht und Wasser wegnimmt."

Eukalyptus-Plantage (Foto: picture alliance / Anka Agency I) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Eukalyptus-Plantage zwischen Graskop und Hazyview in Südafrika - für die Papierindustrie unentbehrlich. ]

Nur noch europäische und australische Eindringlinge

Koloniale Forste wie der Cacilien-Wald südlich von Kapstadt bestehen fast ausschließlich aus europäischen und australischen Eindringlingen - eingeführt von britischen Botanikern, denen es in Afrika zu wenig Schatten gab, von Holzhändlern, die den Goldminen Stützhölzer verkauften. Professor Guy Midgley vom Nationalen Institut für Artenvielfalt in Kapstadt erläutert: "Es ist eines unserer fundamentalsten Umweltprobleme. Und wenn man sich den Gesamtschaden der invasiven Alien-Pflanzen ansieht, so ist er verheerend. Ihr Wasserverbrauch, die erhöhte Brandgefahr, die von ihnen ausgeht, der Schaden für das Ökosystem - das summiert sich auf Milliarden von Rand (Währung, A. d. Red.) pro Jahr." Mehrere hundert Millionen Euro also.

Die Eukalyptusbäume sind eine Gefahr für den Artenschutz und im trockenen Südafrika ein gefährlicher Wasserkonkurrent für den Menschen, argumentiert Brian van Wilgen, Professor für Invasionsbiologie an der Universität Stellenbosch. Wilde Gummibäume, wie sie hier auch heißen, prägen ganze Landstriche und allein auf Plantagen gibt es nach Schätzungen des südafrikanischen Papierriesen Mondi 619 Millionen Eukalyptusbäume.

Eukalyptus-Plantage (Foto: picture alliance / Anka Agency I) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Allein auf Plantagen stehen schätzungsweise 619 Millionen Eukalyptusbäume. ]

Eukalyptusbäume verbrauchen 400 Liter Wasser pro Tag

Mondi und auch die Nummer zwei in Südafrika, Sappi, zählen zu den größten Papierkonzernen der Erde. Eukalyptus ist ihr täglich Brot. Ein sehr wertvolles Holz, so Biologe Van Wilgen, schöne gerade Stämme, sehr, sehr schnelles Wachstum, keine natürlichen Feinde.

Eukalyptus verwandelt Licht und Wasser sehr effizient zu Holz. In nur sieben Jahren ist ein Gummibaum reif für die Säge. Seine langen Fasern sind ideal für die Papier- und Holzproduktion. Der Wasserverbrauch aber liegt um 30 bis 40 Prozent höher als bei einheimischer Vegetation. Das Wasserministerium geht von über 400 Litern Tagesverbrauch pro Baum aus - das Zwanzigfache des menschlichen Durchschnittskonsums im Land. Mondi argumentiert, dass die meisten der Eukalyptusarten nicht als schädlich gelten. Sie breiteten sich nicht aus. Außerdem richte man in wertvollen Auengebieten Pufferzonen ein. Auf absehbare Zeit gebe es keine Alternative zum Eukalyptus.

Also streichen sie weiter durchs Gestrüpp und spüren "Aliens" auf - die Trupps des Regierungsprogramms Working for Water, das Arbeitslose zu Rittern der Artenvielfalt macht. Nach Ansicht der Experten ein aussichtsloser Kampf. "Wir scheinen die Schlacht zu verlieren", sagt Professor Midgley, "trotz der enormen Ausgaben". Einige fremde Arten verbreiten sich einfach zu schnell.

Stand: 22.02.2012 03:13 Uhr
 

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