utos stauen sich am 15.07.2013 in München (Bayern) am Mittleren Ring auf der Landshuter Allee. Die Stickstoffdioxid-Belastung an der Landshuter Allee in München erreicht weiterhin einen bundesweiten Spitzenwert. | Bildquelle: dpa

Beschluss im EU-Parlament Abgastest jetzt nur noch auf der Straße

Stand: 03.02.2016 14:14 Uhr

Wie viel bei Autos hinten raus kommt, soll künftig auf der Straße getestet werden, unter realen Bedingungen. Das hat das EU-Parlament mit knapper Mehrheit beschlossen. Auch Grenzwerte werden neu geregelt. Ein EU-Abgeordneter spricht von einem "Sieg der Vernunft".

Das EU-Parlament hat neue Abgastests für Neuwagen beschlossen. Die Regelung soll von 2017 an gelten. Die Reform war umstritten. Umweltverbände und Bürgermeister mehrerer europäischer Großstädte wie Paris, Madrid und Mailand hatten für noch strengere Regeln geworben. Die Autoindustrie befürwortete dagegen das Konzept der EU. Der Abgeordnete Herbert Reul von der CDU sprach von einem "Sieg der Vernunft".

Künftig sollen die Abgaswerte von Neuwagen im Straßenverkehr getestet werden. Ziel der EU ist es, auf diese Weise realistischere Ergebnisse zu erzielen und Manipulationen zu verhindern.

EU-Parlament stimmt für neue Regelung bei Abgastests
tagesschau 14:00 Uhr, 03.02.2016, Armin Stauth, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Neue Werte ab 2017

EU und Mitgliedsländer hatten um einen Kompromiss gerungen, waren sich aber dann im Oktober einig geworden: Von 2017 an sollen neue Fahrzeugmodelle einen 110 Prozent höheren Wert (Faktor 2,1) bei Stickstoffoxiden aufweisen dürfen, bevor die Grenze ab 2020 auf 50 Prozent (Faktor 1,5) sinkt. Bei der Zulassung von Neuwagen sollen die Regeln ab 2019 beziehungsweise 2021 gelten.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, dass die Straßenmesswerte die vorgeschriebene Grenze von 80 Milligramm pro Kilometer um 60 Prozent gegenüber den Laborergebnissen überschreiten dürften. Dies wurde von der Mehrheit der EU-Staaten aber abgelehnt.

Im Herbst 2015 waren Abgas-Manipulationen bei Volkswagen bekannt geworden. Zu dem Zeitpunkt wollte die EU die Abgastests bereits reformieren, das Thema hatte aber durch den VW-Skandal weitere Brisanz bekommen.

Darstellung: