Tim Barrow | Bildquelle: dpa

Wechsel in Brüssel Tim Barrow wird Londons neuer EU-Repräsentant

Stand: 04.01.2017 21:59 Uhr

Einen Tag, nachdem der Diplomat Ivan Rogers in Brüssel das Handtuch geworfen hat, hat London einen neuen Repräsentanten benannt. Der Diplomat Tim Barrow soll nun das beste Ergebnis bei den Brexit-Verhandlungen erreichen.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Der erfahrene britische Diplomat Tim Barrow wird neuer Repräsentant Großbritanniens bei der Europäischen Union. Das hat die britische Regierung am Abend bestätigt. Außenminister Boris Johnson sagte, seit seinem Amtsantritt im Juli habe Barrow ihn mit außerordentlich wertvoller Arbeit unterstützt. Er sei der richtige Mann, um bei den Brexit-Verhandlungen das beste Ergebnis für Großbritannien zu erreichen.

Barrow soll seine neue Aufgabe bereits in der kommenden Woche übernehmen. Er folgt auf Ivan Rogers, der seinen Posten vorzeitig aufgegeben hatte, offenbar wegen Differenzen mit der Regierung in London über die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen.

Der 52-jährige Barrow arbeitet seit 30 Jahren für das britische Außenministerium, darunter auch mit Aufgaben bei der EU in Brüssel.Von 2011 bis 2015 war er Botschafter in Russland, davor von 2006 bis 2008 auch Botschafter in der Ukraine. Seit März vergangenen Jahres ist er Politischer Direktor im Außenministerium.

Scharfe Kritik vom Amtsvorgänger

Barrows scheidender Vorgänger Rogers kritisierte in einem Schreiben an seine früheren Mitarbeiter, in der Londoner Regierung sei ernsthafte Erfahrung bei multilateralen Verhandlungen "Mangelware". Er forderte sein einstiges Team auf, sich gegen "schlecht begründete Argumente und unklare Gedanken zu wehren und keine Angst davor zu haben, jenen an der Macht die Wahrheit zu sagen".

In dem Schreiben erklärt Rogers außerdem, er wisse nicht, welche Ziele die britische Regierung bezüglich der Beziehungen zwischen London und Brüssel verfolge.

Großbritannien benennt neuen EU-Repräsentanten
T. Spickhofen, ARD London
04.01.2017 21:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Januar 2017 um 23:34 Uhr.

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