Schriftzug ETA an einer Mauer

Baskische Separatisten ETA gibt komplette Auflösung bekannt

Stand: 02.05.2018 16:17 Uhr

Nach fast 60 Jahren und Hunderten Toten hat die baskische Separatistenorganisation ETA offiziell ihre Selbstauflösung erklärt. Damit endet der letzte große bewaffnete Aufstand in Westeuropa.

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat ihre Auflösung bekannt gegeben. Es seien "all ihre Strukturen vollständig aufgelöst" worden, schrieb die Organisation in einem Brief, den das Online-Medium "eldiario.es" veröffentlichte. Der Schritt erfolgt nach Jahrzehnten des bewaffneten Kampfes gegen den spanischen Zentralstaat und für die baskische Unabhängigkeit.

Die ETA übernehme die Verantwortung für ihr Scheitern beim Versuch, den baskischen "politischen Konflikt" zu lösen. Ihre Auflösung löse jedoch nicht den Konflikt, den das Baskenland mit Spanien und Frankreich habe.

Fast sechs Jahrzehnte Kampf für eigenen Staat

Euskadi Ta Askatasuna - baskisch für Baskenland und Freiheit - kämpfte seit 1959 für einen eigenen Staat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Erstes Aufsehen erregte sie 1973 mit dem Attentat auf den damaligen spanischen Ministerpräsidenten Luis Carrero Blanco, der von Diktator Francisco Franco zu seinem Nachfolger bestimmt worden war. 1979 - nach dem Ende der Franco-Diktatur - erhielt das Baskenland zwar einen Autonomie-Status, doch immer wieder scheiterten Friedensverhandlungen der ETA mit Madrid. 

Zerstörte Autos nach einem ETA-Anschlag in Durango im Jahre 2007 (Archivbild) | Bildquelle: AFP
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Bei Anschlägen der ETA - wie hier 2007 in Durango - starben binnen mehrerer Jahrzehnte insgesamt etwa 800 Menschen.

In ihrem Untergrundkampf für einen unabhängigen baskischen Staat wurden 853 Menschen in Nordspanien und Südfrankreich getötet. 2011 erklärte die Gruppe eine Waffenruhe, vor einem Jahr begann sie damit, den Behörden Waffen zu übergeben. Damit endet der letzte große bewaffnete Aufstand in Westeuropa.

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