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10.02.2010

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Ausland
Recep Tayyip Erdogan
Eklat in Davos: Erdogan verlässt Nahost-Diskussionsforum
Erdogan verlässt Diskussionsrunde in Davos

Eklat beim Weltwirtschaftsforum

Eklat in Davos: Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat eine Diskussionsrunde zum Nahost-Konflikt erbost verlassen.

Israels Präsident Peres neben dem leeren Stuhl des türkischen Regierungschefs Erdogan (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nachdem Erdogan das Podium wütend verlassen hatte, blieb Peres mit den anderen Diskussionsteilnehmern allein zurück. ]
Der israelische Präsident Schimon Peres hielt eine hitzige Verteidigungsrede für den Krieg Israels im Gazastreifen und fragte Erdogan: "Was hätten Sie denn getan, wenn jeden Abend Raketen auf Istanbul niedergegangen wären?" Erdogan kam jedoch nicht zu einer Antwort. Der Moderator der Veranstaltung, der Journalist David Ignatius von der "Washington Post", verweigerte Erdogan das Wort mit dem Hinweis, die Debatte sei zu Ende. Daraufhin stürmte Erdogan aus dem Saal und sagte: "Ich komme nicht mehr nach Davos, weil Sie mich nicht sprechen lassen".

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hatten an der Diskussionsrunde teilgenommen. Die Türkei hatte sich während des Gaza-Krieges neben anderen Staaten für eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen eingesetzt.

Erdogan relativierte seine Worte später in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Er habe lediglich den Moderator kritisiert, der ihn nur zwölf Minuten lang habe sprechen lassen, Peres sei 25 Minuten lang zu Wort gekommen. Erdogan fügte hinuzu: "Ich respektiere Peres, deswegen habe ich meine Stimme auch nicht erhoben. Was er sagte, war nicht wahr, auch wir haben die Fakten." Als türkischer Ministerpräsident müsse er die Ehre seines Landes schützen, begründete Erdogan sein Verhalten. "Ich muss das tun und werde es wieder tun", so Erdogan weiter.

Nach seiner Landung in Istanbul sagte Erdogan, Peres habe ihn angerufen, um sich für die Art und Weise, in der er gesprochen habe, zu entschuldigen. Peres habe gesagt, dass ihm die Auseinandersetzung "sehr leid" tue, berichtete auch die israelische Zeitung "Haaretz" auf ihrer Internetseite.

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Tausende Türken feiern Erdogan

Tausende Demonstranten am Flughafen in Istanbul warten auf Erdogan (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mit türkischen Flaggen und Plakaten empfingen Tausende Demonstranten Erdogan am Flughafen in Istanbul. ]
Bei seiner Ankunft am Flughafen in Istanbul wurde Erdogan von Tausenden Demonstranten begeistert empfangen. Sie schwenkten türkische und palästinensische Flaggen sowie Spruchbänder mit Texten wie "Willkommen zurück, Eroberer von Davos" oder "Welt, schau auf unseren Ministerpräsidenten". Auch anti-israelische Slogans wurden gerufen.

Es gab jedoch auch Kritik an Erdogans Auftritt in Davos. Der Oppositionspolitiker Onur Öymen sagte nach Zeitungsberichten, Erdogan habe ein gutes Anliegen sehr schlecht vertreten. Der Erdogan-kritische Kolumnist Oktay Eksi schrieb in der Zeitung "Hürriyet", die ganze Welt habe erlebt, dass die Türkei einen Ministerpräsidenten habe, "der sich nicht beherrschen kann".

Stand: 30.01.2009 08:22 Uhr
 

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