Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AP

Syrisch-kurdische Truppe "Terrorarmee an unserer Grenze"

Stand: 15.01.2018 14:17 Uhr

Sie soll die kürzlich von der IS-Miliz eroberten Gebiete sichern - die neue syrisch-kurdische Truppe. Derzeit wird sie mit US-Unterstützung von der Anti-IS-Koalition aufgebaut. Dafür kritisiert der türkische Präsident Erdogan nun die USA und sagt der Truppe den Kampf an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den NATO-Partner USA scharf kritisiert - weil dieser im Nordirak den Aufbau einer syrisch-kurdischen Grenztruppe unterstützt. Erdogan warf den USA vor, eine "Terrorarmee" aufzubauen. "Ein Land, das wir einen Verbündeten nennen, versucht eine Terrorarmee an unseren Grenzen zu schaffen", sagte der Präsident. Länder, die terroristische Organisationen in Syrien auslöschen wollten, sollten dies gemeinsam mit der Türkei tun, wenn sie strategische Partner seien.

Die US-geführte Anti-IS-Koalition in Syrien hatte zuvor mitgeteilt, sie habe 230 Rekruten für eine neue Grenzsicherungstruppe in den kürzlich von der Terrormiliz Islamischer Staat eroberten Gebieten eingestellt. Erdogan sagte, an der Grenze seien türkische Einheiten in Stellung gegangen. Mit schwerer Artillerie werde auf syrisch-kurdische Kämpfer geschossen. "Im Augenblick beschießen wir sie mit Haubitzen und wir werden sie weiterhin beschießen", sagte der Präsident. Es sei die Pflicht seiner Regierung, "diese terroristische Kraft zu ertränken, bevor sie aus der Taufe gehoben wird".

Kurden in der Truppe

Die Anti-IS-Koalition plant den Aufbau einer insgesamt 30.000 Kämpfer starken Einheit, die die von Rebellen kontrollierten Gebiete in Syrien absichern soll. Sie soll an den Grenzen des von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrollierten Gebiets eingesetzt werden.Das Bündnis wird von der kurdischen YPG-Miliz dominiert. Die Türkei befürchtet durch den Aufbau der Truppe ein Erstarken der Kurden im eigenen Land.

Syrien verurteilte das Vorhaben als eklatanten Angriff auf seine staatliche Souveränität. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte, die Schaffung einer Rebellenzone in Syrien könnte auf die Spaltung des Landes hinauslaufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Januar 2018 um 14:00 Uhr.

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