Präsident Erdogan bei einem Truppenbesuch in der Stadt Hatay, dem Stützpunkt der "Operation Olivenzweig" | Bildquelle: AFP

Nordsyrien Erdogan weitet Offensive aus

Stand: 26.01.2018 14:18 Uhr

Präsident Erdogan will die Offensive der türkischen Truppen in Nordsyrien über Hunderte Kilometer ostwärts ausweiten. Gleichzeitig klagte er die US-amerikanische Haltung an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will Extremisten aus dem gesamten Streifen entlang der Grenze zu Syrien vertreiben. Die Türkei könnte ihre Offensive im Nordwesten Syriens nach Osten bis hin zur irakischen Grenze ausdehnen, sagte er bei einer Veranstaltung seiner Partei AKP.

Der Feldzug werde vom derzeitigen Schwerpunkt um Afrin über die kurdische Stadt Manbidsch bis zur irakischen Grenze gehen, "bis kein Terrorist übrig ist", sagte Erdogan. Das sind über 500 Kilometer. Manbidsch wird von der kurdisch-syrischen Miliz SDF kontrolliert. Die wiederum wird von den USA in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besucht eine Veranstaltung seiner Partei AKP. | Bildquelle: AFP
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Der türkische Präsident Erdogan kündigte auf einer AKP-Veranstaltung eine Ausweitung der Offensive an.

Bei einem Angriff auf Manbidsch würden türkische Truppen auf dort stationierte amerikanische Soldaten treffen. Erdogan kritisierte die USA für die Unterstützung der SDF, deren schlagkräftigster Teil die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG sind. An die US-amerikanische Regierung gerichtet sagte er: "Wie kann ein strategischer Partner das einem strategischen Partner antun?" Die türkische Regierung bezeichnet die YPG wegen ihrer Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei als Terroristen.

Sicherheitszone geplant

Ungeachtet der Spannungen verhandeln die USA und die Türkei nach US-Angaben über die Schaffung eines Sicherheitskorridors in der Region. Nach türkischen Angaben hat die US-Führung eine 30 Kilometer breite Sicherheitszone entlang der türkisch-syrischen Grenze vorgeschlagen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte jedoch, zunächst müsse das Vertrauen zwischen den beiden Ländern wiederhergestellt werden. Wenn die Türkei zusammen mit den USA einen Kampf gegen den Terrorismus führe, dann würden sie es entweder gemeinsam tun oder "jeder kümmert sich um sich selbst".

Die SDF teilte mit, dass bei dem am vergangenen Samstag begonnenen türkischen Angriff auf die kurdische Enklave Afrin bis Freitag 59 Zivilisten und 43 Kämpfer getötet worden seien. 134 Zivilisten seien verletzt worden. Der türkische Gesundheitsminister Ahmet Demircan teilte mit, auf türkischer Seite seien 14 Menschen getötet worden: drei türkische Soldaten und elf mit der Türkei verbündete syrische Rebellen.

Die Türkei und Syrien teilen eine rund 900 Kilometer lange Grenze vom Mittelmeer bis zum Tigris. Die Führung in Ankara verfolgt das Erstarken kurdischer Milizen in Syrien schon lange mit Argwohn. Mit ihrer Offensive hat sie im syrischen Bürgerkrieg eine neue Front eröffnet.

Türkei will Militäroffensive ausweiten
tagesschau 20:00 Uhr, 26.01.2018, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Erdogan: Militäreinsatz in ganz Nordsyrien
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
26.01.2018 18:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Januar 2018 um 14:15 Uhr.

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