Erdogan | Bildquelle: AFP

Deutsch-türkische Beziehungen Erdogan will "Freunde vermehren"

Stand: 28.12.2017 11:31 Uhr

Nach einem Jahr geprägt von Streit haben sich die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland leicht entspannt - laut dem türkischen Präsidenten sogar mehr als das: Er habe kein Problem mit Deutschland, sagte Erdogan nun. Auch auf andere EU-Staaten geht er zu.

Nazi-Vergleiche, Beschimpfungen und gegenseitige Vorwürfe: Die deutsch-türkischen Beziehungen jagten in diesem Jahr von einer Krise zur nächsten. Der Streit um ein Auftrittsverbot türkischer Politiker vor dem Referendum in der Türkei machte den Anfang, die Inhaftierung von Deutschen in der Türkei belastet das Verhältnis bis heute.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht dieses nun allerdings deutlich verbessert. "Es gab Probleme, aber unsere letzten Gespräche waren überaus gut", sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung "Hürriyet".

Erdogan will gute Beziehungen zur EU

Auch das Verhältnis zu anderen europäischen Staaten bewertete Erdogan als gut. "Wir haben weder ein Problem mit Deutschland noch mit den Niederlanden noch mit Belgien", sagte er. "Wir wollen natürlich, dass unsere Beziehungen zu der EU, zu den Ländern der EU, gut sind. Wir sind gezwungen, Feinde zu verringern und Freunde zu vermehren." Eine Reise nach Deutschland oder Niederlande schloss Erdogan, von Journalisten darauf angesprochen, nicht aus.

Vor dem Verfassungsreferendum im April 2017 in der Türkei hatte es unter anderem Ärger um geplante Wahlkampfauftritte Erdogans in den Niederlanden und in Deutschland gegeben. Die Beziehungen wurden stark belastet.

Yücel weiter in Haft

Deutschland kritisierte außerdem immer wieder die Inhaftierung von noch acht Deutschen in der Türkei aus politischen Gründen. Namentlich bekannt ist davon nur der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel. Auch nachdem zuletzt der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner und die Übersetzerin Mesale Tolu aus der Untersuchungshaft entlassen wurden, reagierte die Bundesregierung zurückhaltend. Yücel sitzt weiter ohne Anklageschrift im Gefängnis.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2017 um 11:30 Uhr.

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