Charles Michel | Bildquelle: dpa

Ermittlungen in Belgien Belgischer Premier womöglich Anschlagsziel

Stand: 30.03.2016 22:08 Uhr

Die Brüsseler Terrorzelle könnte laut Medienberichten auch ein Attentat auf den belgischen Premierminister Michel geplant haben. Auf der Festplatte eines Computers seien Pläne und Fotos vom Amtssitz und einer Wohnung des Regierungschefs entdeckt worden.

Eine Woche nach den Terroranschlägen in Brüssel werden neue Details über die mutmaßlichen Attentäter bekannt. Ermittler fanden laut Medienberichten auf einem Computer Details, die auf mögliche weitere Anschlagsziele hinweisen.

Auf der Festplatte des Laptops seien Pläne und Fotos vom Amtssitz und einer Wohnung von Regierungschef Charles Michel entdeckt worden, berichteten mehrere Zeitungen. Ein Regierungssprecher bestätigte "De Tijd", "L'Echo" und "Le Soir" lediglich, es gebe für die Gebäude seit einiger Zeit besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Ein mit den Ermittlungen Vertrauter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Computer sei in der Nähe des Verstecks entdeckt worden, das von den beiden Verdächtigen der Anschläge auf den Brüssel Flughafen benutzt worden sei. Es gebe aber "absolut keine" spezifischen Hinweise, dass Michel in Gefahr gewesen sei. Der Computer sei "voller Dinge" über viele Orte sowie Informationen aus dem Internet, sagte der Beamte weiter.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits bestätigt, dass sich auf dem Rechner auch eine Art Testament des Selbstmordattentäters Ibrahim El Bakraoui befand. Er werde "überall gesucht", notierte El Bakraoui vor seiner Terrortat, und sei deshalb "in Eile".

Behörden müssen sich rechtfertigen

Da immer mehr Informationen über frühzeitige Warnungen vor potentiellen Attentätern auftauchen, geraten die belgischen Behörden immer stärker unter Rechtfertigungsdruck. So heißt es, sie habe Warnungen vor den El-Bakraoui-Brüdern ignoriert. Die hatte zuerst die Türkei erhoben. Doch auch die Niederlande will Informationen aus den USA weitergegeben haben. Ibrahim sprengte sich am Flughafen in die Luft, Khalid in der U-Bahn.

Christian Feld, ARD Brüssel, zur Kritik an den belgischen Behörden
tagesschau 15:00 Uhr, 30.03.2016

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Gesucht wird noch der dritte Attentäter vom Flughafen, der "Mann mit dem Hut". Ein Terrorverdächtiger, der nach einem Medienbericht angeblich der dritte Mann gewesen sein soll, wurde zu Wochenbeginn wieder freigelassen.

Unklar ist, wann am Brüsseler Flughafen wieder Passagiermaschinen starten und landen können. Nach einer Mitteilung des Airports werde der Betrieb nicht vor Donnerstagnachmittag starten können. Zahlreiche Flüge werden über andere belgische Flughäfen umgeleitet.

Offenbar schwerer Anschlag in Frankreich verhindert

In Paris gab die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse bekannt. Demnach soll ein vor einer Woche festgenommener Franzose zu einem Terrornetzwerk gehören, das mit einem großen Waffenarsenal kurz vor einem schweren Anschlag stand.

Es sei bislang kein klares Ziel identifiziert worden, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins. Derzeit deute aber alles darauf hin, dass die Entdeckung des Verstecks im Pariser Vorort Argenteuil eine bevorstehende, extrem gewalttätige Aktion verhindert habe.

Gegen den am vergangenen Donnerstag nach monatelangen Ermittlungen festgenommenen Reda K. wurde ein Anklageverfahren eröffnet, ihm wird insbesondere die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

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