Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AFP

Angeblicher Ölhandel mit Islamisten Moskau: Erdogan in IS-Geschäfte verstrickt

Stand: 03.12.2015 04:35 Uhr

Russland legt im Streit mit der Türkei über illegale Ölgeschäfte mit dem IS nach. Der stellvertretende Verteidigungsminister warf Erdogan und seiner Familie vor, direkt verwickelt zu sein. Unterdessen melden die USA, dass die Türkei ihre Grenze zu Syrien abriegeln will.

Die russische Regierung hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Familie vorgeworfen, von illegalen Ölgeschäften mit der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu profitieren. Es gebe Belege dafür, dass sie in die kriminellen Machenschaften verwickelt seien, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow in Moskau vor mehr als 300 Journalisten.

"Hauptabnehmer des vom IS in Syrien und im Irak gestohlenen Erdöls ist die Türkei", sagte er. "Nach vorliegenden Angaben sind die politische Führung des Landes, Präsident Erdogan und seine Familie, auch verwickelt". Details nannte er nicht. Zudem legte das Ministerium Satellitenaufnahmen vor, die beweisen sollen, dass Tanklastwagen vom IS-Gebiet in die Türkei fahren.

Beleg für die Wirksamkeit russischer Angriffe

"Es handelt sich um Satellitenbilder, die belegen sollen, dass es drei Hauptrouten gibt, über die Öl aus IS-kontrollierten Gebieten in die Türkei gelange, zum Teil ohne Grenzkontrollen", berichtet ARD-Korrespondentin Birgit Virnich aus Moskau. "Diese Routen seien in den letzten Monaten entstanden, es sei eine Langzeitstudie, die seit dem Sommer geführt werde", zitiert sie Antonow.

Birgit Virnich, ARD Moskau, zu den Vorwürfen
tagesschau24 16:30 Uhr, 02.12.2015

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Die Pressekonferenz habe auch belegen sollen, wie wirkungsvoll die Luftangriffe der Russen seien. "Früher habe der IS drei Millionen Dollar am Tag verdient, mittlerweile seien es nur noch 1,5 Millionen, da viel durch die Angriffe des russischen Miltärs zerstört worden sei", zitiert sie den stellvertretenden Außenminister weiter.

In der Türkei wurde über die Pressekonferenz in Moskau gar nicht berichtet, sagt ARD-Istanbul-Korrespondent Martin Weiß. Er habe sich die Pressekonferenz im Internet angesehen. "Zwei Grenzübergänge habe ich erkannt", sagt er. "Man kann auf den Bildern sehen, dass eine größere Zahl an Tanklastern über die Grenze fährt, wohl auch unbehelligt", sagt er. Beweise fehlten aber, dass die Familie Erdogan darin verstrickt sein soll.

Martin Weiss, ARD Istanbul, zu der Reaktion
tagesschau24 16:30 Uhr, 02.12.2015

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Das Verhältnis zwischen den Regierungen in Ankara und Moskau ist schwer belastet, nachdem die Türkei in der vergangenen Woche einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte. Nach türkischen Darstellungen verletzte die Besatzung den Luftraum. Russland hat dagegen erklärt, die Maschine habe sich nur in Syrien aufgehalten. Russland warf der Türkei daraufhin bereits vor, Öl vom IS zu kaufen. Erdogan wies dies als Verleumdung zurück.

Erdogan kündigte zunächst an, dass Ankara auf Russlands "emotionale" Reaktionen nicht auf gleiche Weise reagieren werde. Russische Bürger in der Türkei müssten keine Nachteile befürchten. Später sagte er bei einem Besuch in Katars Hauptstadt Doha, niemand habe das Recht, seine Familie zu "verleumden". Sollte das andauern, werde die Türkei "selbst Maßnahmen ergreifen".

Türkei will Grenze zu Syrien abriegeln

Unterdessen vermelden die USA einen Erfolg bei der Zusammenarbeit mit der Türkei gegen den IS. Laut Außenminister John Kerry will die Türkei ihre Grenze zu Syrien vollständig abriegeln. Es gebe einen 98 Kilometer langen Bereich zwischen der Türkei und dem Bürgerkriegsland, der nicht geschlossen sei, sagte Kerry beim Treffen mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel. Der Grenzabschnitt könne deshalb für illegale Ölexporte und durch Dschihad-Kämpfer zur Ein- und Ausreise genutzt werden. Der US-Außenminister sagte, Erdogan habe nun zugesichert, den Abschnitt zu schließen.

Die Vorwürfe Russlands gegen die Türkei wies die US-Armee zurück. "Das ist grotesk", sagte Armee-Sprecher Steven Warren. "Wir weisen strikt jeden Gedanken daran zurück, dass die Türkei in irgendeiner Weise mit dem IS zusammenarbeitet."

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