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Ein schweres Erdbeben hat den Nordosten Japans erschüttert und verheerende Schäden verursacht. Zunächst hieß es, der Erdstoß habe die Stärke 7,9 - dies wurde aber auf 8,8 und nun 8,9 korrigiert. Es folgten mehr als 20 zum Teil heftige Nachbeben.
Ein Zehn-Meter-Tsunami traf den Hafen von Sendai im Norden der Insel Hondschu. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dabei Autos, Boote und ganze Gebäude hinweggerissen wurden.
Der Sender NHK meldete, dass es bei dem Beben viele Verletzte gegeben habe. Mehrere Personen seien durch Erdrutsche verschüttet worden. Der ARD-Korrespondent Phillip Abresch sagte, es lägen Berichte über mehrere Tote vor, allerdings seien die Angaben noch nicht bestätigt. Man rechne aber mit stark steigenden Zahlen von Opfern - besonders im Nordosten Japans.
Auch aus Tokio liegen bereits Berichte über Verletzte vor. Dort schwankten zahlreiche Gebäude. Züge wurden angehalten. Über das genaue Ausmaß der Schäden konnten die Behörden bislang aber keine genauen Angaben machen. Alle Seehäfen wurden geschlossen.
Der Strom im Großraum Tokio fiel aus, da Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. In einem Turbinengebäude des Atomkraftwerks Onagawa in der Provinz Miyagi brach ein Feuer aus. In mindestens zwei Fabriken gab es Explosionen. Zahlreiche Industrieunternehmen der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt mussten die Produktion einstellen. In einer Ölraffinerie in Tokios Nachbarprovinz Chiba brach ein gewaltiges Feuer aus, gefolgt von einer Explosion.
Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan ordnete an, dass das Militär eingesetzt werde, um auf das Beben zu reagieren.
Wie die japanische Wetterbehörde mitteilte, ereignete sich das Beben um 14:46 Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern, etwa 80 Kilometer vor der Ostküste. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für die gesamte Pazifikküste heraus.
Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum in Hawaii warnte zunächst vor Flutwellen in Japan, Russland, den Marcus-Inseln sowie den nördlichen Marianen. Auch Indonesien und Taiwan gaben Tsunami-Warnungen heraus. Inzwischen befürchtet das Tsunami-Warnzentrum Flutwellen im gesamten Pazifik-Raum - mit Ausnahme von Kanada und dem US-Festland.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt über das Erdbeben und bot deutsche Hilfe an. "Ich möchte zunächst einmal unsere Anteilnahme zum Ausdruck bringen", sagte Westerwelle im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.
"Ein so schweres Erdbeben ist natürlich auch für Japan ein wirklicher Schicksalsschlag", sagte er weiter. "Es ist natürlich so, wenn Hilfe erforderlich sein sollte, dann werden wir Deutsche natürlich unserem Partnerland Japan auch zur Hilfe kommen."
Erst am Mittwoch war die Region von einem Erdstoß der Stärke 7,3 erschüttert worden. Japan liegt am pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.
Im Jahr 1933 kamen der amerikanische Erdbebenwarte USGS zufolge rund 3000 Menschen bei einem Erdbeben und einem Tsunami bei Ofunato ums Leben.
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