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Nach dem starken Erdbeben in Südwestchina werden weitaus mehr Opfer befürchtet, als zunächst angenommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Zivilschutzministerium meldete, kamen nach vorläufigen Angaben in der betroffenen Provinz Sichuan mindestens 107 Menschen ums Leben, dutzende wurden verletzt. Zahlreiche Gebäude seien eingestürzt, unter ihren Trümmern werden weitere Opfer vermutet. Allein in einer Oberschule seien 900 Schüler verschüttet, meldete Xinhua.
Das Epizentrum des Bebens lag rund 90 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt der dichtbevölkerten Provinz Sichuan, Chengdu. Das Erdbebenamt in Peking sowie das Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke des Bebens mit 8,0 auf der Richterskala an.
Die Erdstöße überraschten die Menschen um 14.28 Uhr Ortszeit. Bewohner aus Chengdu berichteten, dass die Häuser heftig gewackelt hätten. In Panik seien die Menschen auf die Straße gerannt. Das Handynetz war wegen des massiven Ansturms besorgter Anrufer immer noch lahmgelegt. Über Festnetzleitungen kann offenbar wieder telefoniert werden.
Drei schwer betroffene Kreise in der 874.000 Einwohner zählenden Präfektur Aba sind nach Angaben der örtlichen Behörden von der Außenwelt "völlig abgeschnitten", da die Straßen nicht mehr passierbar sind. Auch die Telefonverbindungen seien in der Region unterbrochen. Es habe Erdrutsche gegeben.
Chinas Präsident Hu Jintao wies die Rettungskräfte seines Landes an, den Opfern sofort die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Ministerpräsident Wen Jiabao reiste ins Erdbebengebiet. Die Armee wurde angewiesen, bei den Rettungsarbeiten zu helfen.
Die Erschütterungen brachten in der Hauptstadt Peking Bürogebäude zum Schwanken. Im Pekinger Finanzdistrikt verließen die Menschen ihre Büros, um sich auf den Straßen in Sicherheit zu bringen. Das Beben betrug dort eine Stärke von 3,9 auf der Richterskala
Auch in den Metropolen Schanghai und Hongkong wackelten Hochhäus er. Ausläufer des Bebens waren bis nach Vietnam und in die thailändische Hauptstadt Bangkok zu spüren. Aus Taiwan wurde ein Seebeben der Stärke 5,1 gemeldet. In Sichuan wurden kurze Zeit später zwei Nachbeben der Stärke 6,0 und 5,4 registriert.
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