Rettungsarbeiten nach Erdbeben in Mexiko | Bildquelle: AFP

Erdbeben in Mexiko Verzweifelte Suche nach Überlebenden

Stand: 20.09.2017 17:07 Uhr

Der Alarm kam spät, und die Erde bebte heftig: In Mexiko starben bei neuen Erdstößen mindestens 225 Menschen. Zahlreiche Häuser in der Hauptstadt stürzten ein, viele Menschen schafften es nicht rechtzeitig auf die Straßen. In der Metropole wurde Katastrophenalarm ausgerufen.

Von Michael Castritius, ARD-Studio Mexiko

Die ganze Nacht über schleppten Zivilschutz, Marinesoldaten und Nachbarn eimerweise Schutt aus vielen völlig zerstörten Gebäuden von Mexiko-Stadt. Mit Spaten gruben sie Gänge zu erhofften Hohlräumen, mit Taschenlampen leuchteten sie den Weg. SMS-Nachrichten von Verschütteten weisen manchmal den Weg. Noch sind keine 24 Stunden seit dem Beben vergangen, es gibt Hoffnung auf Überlebende. Der Leiter der mexikanischen Zivilschutzbehörde sprach von 225 Toten, 94 davon in der Hauptstadt.

Das Epizentrum des Bebens lag nur gut 100 Kilometer entfernt. Die Alarmsirenen gingen erst los, als die Häuser bereits wackelten. Deshalb schafften es viele nicht, rechtzeitig auf die Straßen zu flüchten.

Viele Tote und Verletzte bei Erdbeben in Mexiko
tagesschau 20:00 Uhr, 20.09.2017, Stefan Maier, SWR

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Erinnerungen an das große Beben 1985

Hunderttausende Menschen in der Metropole mussten hilflos mit ansehen, wie die Naturgewalt Häuser zum Einsturz brachte. Kinder weinten, Erwachsene lagen sich entsetzt in den Armen. Erinnerungen wurden wach an das große Erdbeben vor genau 32 Jahren. 1985 waren bis zu 10.000 Menschen in Mexiko-Stadt ums Leben gekommen.

Noch zwei Stunden vor den Erschütterungen gestern hatte es in der gesamten Stadt einen Probealarm gegeben. Schon kleine Kinder wissen, was sie zu tun haben, wenn das Signal ertönt.

Ein eingestürztes Gebäude in Mexiko-Stadt | Bildquelle: AFP
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Rund 40 Gebäude in Mexiko-Stadt stürzten ein, mindestens 500 wurden zum Teil schwer beschädigt. Die Vereinten Nationen boten Hilfe an.

Verzweifelte Eltern vor zerstörter Schule

In einer Grundschule im Süden der Stadt konnten die Lehrer so etwa 300 ihrer Kinder rechtzeitig in Freie bringen, aber 21 Schüler und 4 Erwachsene schafften es nicht mehr. Verzweifelte Eltern harren noch immer vor den teilweise eingestürzten Klassenräumen aus, denn mindestens 30 Menschen werden noch vermisst.

Steffen Seibert @RegSprecher
Canciller #Merkel: Solidaridad con Mexico. Nuestro más sentido pésame a quienes han perdido a un ser querido.Ánimos a los equipos de rescate

Katastrophenalarm in der Hauptstadt

Präsident Enrique Peña Nieto gab diese Zahlen bekannt. Er ordnete an, dass alle Krankenhäuser Verletzte aufnehmen müssen, auch wenn sie keine Versicherung und keine Kreditkarte haben. "Ich habe außerdem den Katastrophenplan für Mexiko-Stadt ausgelöst. Dadurch können Soldaten der Armee und der Marine unter Koordination des Zivilschutzes eingesetzt werden", sagte Peña Nieto. Flutlichtanlagen seien installiert worden in der Hoffnung, in der Nacht weitere Überlebende unter den Trümmern zu finden.

Dutzende Schulen der Stadt sind schwer beschädigt, der Unterricht fällt erst einmal aus. Mehrere Hundert Ingenieure sind unterwegs, um die Statik von Gebäuden zu untersuchen. Die Angst vor Nachbeben hielt viele Bewohner davon ab, in Häusern mit Rissen in den Wänden zu schlafen. Sie flüchteten zu Angehörigen, zu Freunden oder campierten im Freien.

Wenigstens regnet es nicht. Das Wetter hilft den Einsatzkräften und den Tausenden Helfern. In den letzten Tagen hatte es tropische Regenfälle gegeben, jetzt ist es trocken. Staubtrocken.

Karte: Erdbeben in Mexiko
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Das Epizentrum lag ca. 120km südlich von Mexiko-Stadt im Bundesstaat Puebla. Gut zu erkennen ist die Verwerfung der Cocosplatte und der nordamerikanischen Platte.

Update zum schweren Erdbeben in Mexiko
Michael Castritius, RBB
20.09.2017 13:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2017 um 12:00 Uhr.

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