Verletzter in einem Krankenhaus | Bildquelle: AFP

Iranisch-irakisches Grenzgebiet Viele Tote bei Erdbeben

Stand: 13.11.2017 01:45 Uhr

Bei einem Erdbeben an der Grenze zwischen dem Irak und dem Iran sind offenbar Dutzende Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,3. Das genaue Ausmaß ist noch nicht abzusehen.

Ein schweres Erdbeben hat die südlichen Kurdengebiete in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak erschüttert. Nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens gab es in dem Land mindestens 61 Tote und 300 Verletzte. Die Behörden in der irakischen Provinz Suleimanija berichteten zunächst von sechs Todesopfern und rund 150 Verletzten. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen.

Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,3, wie das Geoforschungszentrum Potsdam und die US-Erdbebenwarte USGS meldeten. Nach Angaben der deutschen Forschungsstelle lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah; die US-Experten verorteten das Epizentrum etwas weiter westlich auf irakischer Seite der Grenze.

Sicher ist: Es handelt sich um eine abgelegene Bergregion, die dünn besiedelt ist. Es wurden Rettungsteams in die Stadt Ghassre Schirin geschickt, aber wegen des immer noch andauernden Stromausfalls in der Stadt könnten diese kurzfristig nicht effektiv eingesetzt werden, teilte das Gouverneursamt mit. Die Rettungsarbeiten könnten erst beginnen, wenn es wieder hell wird. Es sei also unklar, ob noch Menschen unter den Trümmern sind.

Kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen. Der Gesundheitsminister der kurdischen Regionalverwaltung bestätigte vier Todesopfer. Laut der Nachrichtenseite "Kurdistan24.net" wurden in der Stadt Chanakin 16 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Die Region liegt auf mehreren großen Verwerfungslinien und ist deshalb anfällig für Erdbeben. Im Jahr 2003 zerstörte ein Beben der Stärke 6,6 die historische iranische Stadt Bam. Rund 26.000 Menschen kamen ums Leben.

Türkei bietet Hilfe an

Der türkische Gesundheitsminister Ahmed Demircan bot dem Nordirak Hilfe an, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond in der Türkei sagte den Betroffenen ihre Hilfe zu, wie der kurdische Fernsehsender Rudaw berichtete. Demnach will der Rettungsdienst unter anderem 3000 Zelte, jeweils 10 000 Betten und Decken sowie mobile Küchen und Heizgeräte in die Region senden.

Das Beben war laut Berichten auch in weit entfernten Gebieten zu spüren, so in Kuwait und in Teilen der Türkei.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. November 2017 um 21:00 Uhr. Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. November 2017 um 22:45 Uhr.

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