Verletzter nach Erdbeben in Pakistan | Bildquelle: REUTERS

Erschütterung der Stärke 7,5 Viele Tote bei Beben am Hindukusch

Stand: 26.10.2015 15:19 Uhr

Bei einem schweren Erdbeben sind in Afghanistan und Pakistan mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere wurden verletzt. Das Zentrum des Bebens mit der Stärke 7,5 lag in Nordost-Afghanistan. Die Erschütterungen waren bis ins indische Neu-Delhi zu spüren.

Bei dem schweren Erdbeben in Afghanistan und Pakistan sind nach jüngsten Angaben der Behörden in beiden Ländern mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen. Allein Pakistan registrierte nach der Naturkatastrophe bis zum Abend mindestens 118 Tote. Am schlimmst betroffen Afghanistan mindestens 33 weitere. Darunter waren zwölf Schulmädchen, die in einer Massenpanik zu Tode getrampelt wurden. Beide Länder meldeten zusammen mehr als 800 Verletzte.

Die Behörden rechneten mit weiter steigenden Todeszahlen, da einige der betroffenen Regionen entlegen sind. Auch mit Nachbeben ist zu rechnen. Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah teilte mit, das Beben sei das stärkste gewesen, das Einwohner in den zurückliegenden Jahrzehnten gefühlt hätten. Das genaue Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht abzuschätzen, da in großen Teilen des Landes die Telefonleitungen unterbrochen seien. Abdullah warnte vor Nachbeben.

Die pakistanische Armee wurde in Alarmbereitschaft versetzt, um mögliche Hilfseinsätze zu koordinieren. ARD-Korrespondent Gabor Halasz erklärte, es lägen noch nicht viele bestätigte Informationen aus einigen betroffenen Gebieten vor. Diese seien schwer zugänglich, zudem seien die Handynetze teilweise zusammengebrochen.

G. Halasz, ARD Neu-Delhi, zu den Folgen des Erdbebens
tagesschau 15:00 Uhr, 26.10.2015

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Stärke von 7,5

Das Beben hatte eine Stärke von 7,5, wie das Geoforschungszentrum in Potsdam mitteilte. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens zunächst mit 7,7, dann aber ebenfalls mit 7,5 an. Das Zentrum lag demnach in rund 200 Kilometern Tiefe etwa 80 Kilometer südöstlich der Stadt Faisabad im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet.

Karte: Erdbeben in Afghanistan und Pakistan
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Das Erdbeben ereignete sich in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion.

Beben bis Kabul zu spüren

Der Erdstoß war im 250 Kilometer entfernten Kabul, in Islamabad in Pakistan und in der nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren. Hunderte Menschen flüchteten aus den Häusern ins Freie. Auch die ARD-Korrespondenten im indischen Neu-Delhi verließen aus Sicherheitsgründen das Gebäude, wie Sandra Petersmann per Twitter mitteilte.

Sandra Petersmann @PetersmannS
#ARD out in the streets after #earthquake felt in #Delhi, also felt in Kabul and Islamabad https://t.co/CcDNAHjXC5

Die Region ist ein Erdbebenschwerpunkt, weil dort die indische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander treffen. Erst vor wenigen Monaten hatte ein schweres Beben den Himalaya-Staat Nepal erschüttert und Tausende Menschen das Leben gekostet. Das Land kämpft noch heute mit den Folgen des Unglücks.

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