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GIZ-Mitarbeiterin vor zwei Monaten verschleppt Deutsche Geisel in Afghanistan wieder frei

Stand: 17.10.2015 20:43 Uhr

Eine vor zwei Monaten in Afghanistan entführte Deutsche ist wieder frei. Das bestätigte Außenminister Steinmeier. Der GIZ-Mitarbeiterin gehe es "den Umständen entsprechend gut". Die Frau war am hellichten Tage in Kabul verschleppt worden.

Die Geiselnahme einer deutschen Entwicklungshelferin in Afghanistan hat nach zwei Monaten ein glückliches Ende genommen. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) befindet sich in der Obhut der deutschen Botschaft in Kabul.

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AM #Steinmeier: Bin sehr erleichtert, dass Deutsche in #Afghanistan wieder auf freiem Fuß ist. Geht ihr den Umständen entsprechend gut. 1/2

Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte am Rande eines Besuchs in der iranischen Hauptstadt Teheran die Freilassung der Deutschen. Nach seinen Angaben geht es ihr "den Umständen entsprechend gut". Steinmeier bedankte sich bei den afghanischen Behörden und Deutschlands internationalen Partnern in Afghanistan für ihre Unterstützung. Details nannte er nicht.

"Wir sind sehr erleichtert und glücklich, dass unsere Mitarbeiterin wieder in Freiheit ist", teilte die GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner mit. Die GIZ ist die größte Entwicklungshilfeorganisation des Bundes. Nach eigenen Angaben sind in Afghanistan 180 deutsche und internationale und 1600 afghanische Mitarbeiter für das Unternehmen aktiv.

Aus dem Auto gezerrt

Die nun freigelassene GIZ-Mitarbeiterin war Mitte August am hellichten Tag in Kabul entführt worden. Laut Polizei zerrten zwei bewaffnete Männer sie aus ihrem Auto und zwangen sie in einen anderen Wagen. Die Tat sei so schnell abgelaufen, dass die Sicherheitskräfte in der Gegend nicht rasch genug reagieren konnten.

Das GIZ-Büro in Kabul, bewacht von afghanischen Sicherheitskräften | Bildquelle: dpa
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Das GIZ-Büro in Kabul, bewacht von afghanischen Sicherheitskräften (Archiv)

Ziele von Anschlägen und Entführungen

Ausländer sind immer wieder Ziele von Extremisten, aber auch Kriminellen. Diese versuchen sowohl Angehörige der NATO-geführten Truppen, die in Afghanistan die Sicherheitskräfte beraten und ausbilden, als auch Zivilisten zu verschleppen. Außerdem werden immer wieder Anschläge auf bei Ausländern beliebte Hotels, Restaurants und andere Einrichtungen verübt. Im Mai kamen bei einem Angriff auf ein beliebtes Gästehaus mitten in Kabul 14 Menschen ums Leben, darunter viele Ausländer. In Afghanistan und auch in Kabul hat sich die Sicherheitslage auch in diesem Jahr deutlich verschlechtert.

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