Der UKIP-Chef Paul Nuttall | Bildquelle: AFP

Nachwahl in Stoke-on-Trent Herber Rückschlag für UKIP

Stand: 24.02.2017 09:30 Uhr

Die Nachwahl in Stoke-on-Trent weckte Angst bei der Labour-Partei und Hoffnung bei der UKIP, endlich einen zweiten Unterhaus-Abgeordneten zu stellen. Doch Mitglieder hofften vergebens, obwohl sogar der UKIP-Chef selbst um Stimmen geworben hatte.

Sie hatten so gehofft, die UKIP-Mitglieder in Stoke-on-Trent, einer Stadt in Mittelengland. Seit Jahrzehnten stellt hier die Labour-Partei den Abgeordneten für das Unterhaus im britischen Parlament - nun sollte eine Nachwahl die Wende bringen. Doch die Rechtspopulisten wurden enttäuscht - dabei war der UKIP-Chef Paul Nuttall persönlich angetreten.

Aber Nuttall verlor. Er erhielt 5233 Stimmen, sein Konkurrent von der Labour-Seite 7853. Dabei hatte die UKIP allen Grund, auf den Wechsel zu setzen: Immerhin hatten die EU-Kritiker in der Stadt eine ihrer Hochburgen gefunden, als im Juni 2016 über den Brexit abgestimmt wurde. Eine große Mehrheit der Einwohner stimmte damals für den Austritt aus der EU.

Was für die UKIP einen herben Rückschlag bedeutete, ließ Labour aufatmen: Schlechte Wahlergebnisse kann die Partei derzeit nämlich nicht gebrauchen. Sie hat genug mit den Führungsstreitereien in den eigenen Reihen zu kämpfen. Dementsprechend feierte Labour-Chef Jeremy Corbyn das Wahlergebnisse als "klaren Sieg", wie er per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Jeremy Corbyn MP @jeremycorbyn
Congratulations @gareth_snell and the whole Labour campaign team on a clear victory in the Stoke-on-Trent Central by-election

UKIP kämpft mit vielen Problemen

Nutall war erst im vergangenen November in die Fußstapfen von Nigel Farage als Parteivorsitzender getreten - mit dem Versprechen, die EU-kritische Partei wieder einen zu wollen. Kein leichtes Unterfangen: Es fehlen junge Mitglieder, die Parteikasse ist durch mangelnde Spenden zu leer, und auch bei der UKIP wollen die parteiinternen Querelen nicht verstummen. Noch immer stellt die Partei zudem lediglich einen Unterhausabgeordneten, trotz 13 Prozent Wählerzustimmung in 2015.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Februar 2017 um 18:27 Uhr

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