Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP

Macrons Bewegung Unmögliches möglich machen

Stand: 09.05.2017 12:12 Uhr

Um seine Ideen umsetzen zu können, braucht Macron in Frankreich parlamentarischen Rückhalt. Bis zur Parlamentswahl im Juni muss er erneut scheinbar Unmögliches leisten. Platzhirsche etablierter Parteien will er mit einem Angebot auf seine Seite ziehen.

Von Marcel Wagner, ARD-Hörfunkstudio Paris

"En Marche!" wird künftig "La République en Marche" heißen. Das Signal ist eindeutig: Die ehemals kleine Bewegung, deren Initialen gleichzeitig auch die Initialen ihres Gründers Emmanuel Macron sind, soll auf eine neue, breitere Basis, nämlich die der ganzen Republik gestellt werden. Ein Gründungstag soll im Sommer stattfinden.

Antworten auf alles entscheidende Fragen wird es aber noch in der laufenden Woche geben: "'La République en Marche' wird in jedem Wahlkreis des Landes eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen. Die Namen werden am kommenden Donnerstag um zwölf Uhr bekannt gegeben", teilte Richard Ferrand mit. Er ist Generalsekretär der Bewegung.

Vorarbeiten sind gemacht

Die Vorarbeiten für den Schritt sind längst gemacht. In einem offenen Bewerbungsverfahren konnte sich jeder Bürger, der sich den Ideen von "En Marche!" verpflichtet fühlt, auf eine Kandidatur für die Nationalversammlung bewerben. Um sich deutlich von den "alten" Parteien abzuheben, habe man sich bei der Auswahl an klare Regeln gehalten, erläuterte Generalsekretär Ferrand: "Mindestens die Hälfte der Kandidaten kommt aus der Zivilgesellschaft, mindestens die Hälfte sind Frauen. Die Kandidatinnen und Kandidaten spiegeln die Unterschiedlichkeit der französischen Gesellschaft wider, es wurden nur Kandidaten ausgewählt, die über ein makelloses Führungszeugnis verfügen."

Frankreich auch nach der Wahl zerissen
tagesthemen 22:15 Uhr, 08.05.2017, Marion Schmickler, WDR

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Kampfansage an andere Parteien

Die große Herausforderung für die junge Bewegung dürfte sein, auch in Wahlkreisen zu punkten, in denen altbekannte Platzhirsche der etablierten Parteien quasi ein Abonnement auf das Abgeordnetenmandat haben. Möglichen Überläufern hat "La République en Marche" nun den Wechsel erleichtert: Wenn sie sich entscheiden, unter dem Dach der Bewegung anzutreten, dürfen sie trotzdem ihr altes Parteibuch behalten, müssen sich aber im Parlament der "En-Marche"-Fraktion anschließen. Eine Kampfansage an die anderen Parteien: "Das Ziel ist, dass diese Fraktion über eine absolute Mehrheit verfügt, damit Macron und seine Regierung den nötigen Rückhalt haben, um das Projekt, für das der neue Präsident gewählt wurde, auch umzusetzen", sagt Ferrand.

Ob das gelingen kann, ist überaus fraglich. Es würde nicht weniger bedeuten, als dass die Bewegung innerhalb eines Monats auch die Parlamentswahl völlig auf den Kopf stellen müsste. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber das hatten viele Beobachter über den Präsidenten-Coup von Macron schließlich auch gesagt.

Der nächste Coup? "En Marche!" auf dem Weg zur französischen Parlamentswahl
M. Wagner, ARD Paris
09.05.2017 12:34 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Mai 2017 um 22:15 Uhr und Deutschlandfunk Kultur am 09. Mai 2017 um 06:11 Uhr.

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