Ein Ehepaar mit ihren Kindern

Geplante Elterngeldreform Länger Geld bei Teilzeit

Stand: 21.03.2014 15:08 Uhr

Für ihren Vorschlag für eine 32-Stunden-Woche für Eltern bekam Familienministerin Schwesig noch Rüffel von der Kanzlerin. Heute ist die Ministerin diesem Ziel auf einem Umweg näher gekommen: Die Elterngeldreform soll Teilzeitarbeit erleichtern.

von Angela Ulrich, RBB, ARD-Hauptstadtstudio

Im Kern geht es Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, SPD, um Flexibilität: "Ich möchte, dass Familien Zeit füreinander haben und dass sie sich vor allem in ihrer Partnerschaft beide Zeit nehmen für Kinder, aber auch Zeit für den Job haben."

Zeit für Kinder und Zeit für den Job. Wer das so macht und bald nach Geburt des Kindes wieder Teilzeit einsteigt in den Job, der hat bisher Nachteile beim Elterngeld, das schrumpft. Die Bundesfamilienministerin will das jetzt ändern: "Mit dem Elterngeld Plus sorgen wir dafür, dass zukünftig Eltern, die Teilzeit arbeiten, länger Elterngeld bekommen können und wenn sie das beide in guter Partnerschaft tun, dann gibt es auch noch Partnerschaftsmonate obendrauf."

28 statt 14 Monate Elterngeld

Im Klartext: Bis zu 28 Monate können Paare künftig das sogenannte Elterngeld Plus beziehen, zusätzlich zu einem Teilzeiteinkommen. Bisher sind nur 14 Monate maximal möglich. Wer früher wieder reduziert in den Job einsteigt und dabei auch noch sein Kind betreut, der soll belohnt und nicht bestraft werden, sagt die Bundesfamilienministerin: "Teilzeit darf nicht dazu führen, dass man finanziell und karrieretechnisch in die Sackgasse oder aufs Abstellgleis kommt, sondern reduzierte Arbeitszeit für Familien muss dazu führen, dass das auch anerkannt und honoriert wird."

Das hört sich ähnlich an wie ein früherer Vorschlag der Familienministerin, bei dem sie sich einen Rüffel der Kanzlerin geholt hatte: 32-Stunden Familienarbeit für junge Eltern. Warum geht das jetzt mit dem Elterngeld Plus?

"Das steht im Koalitionsvertrag", sagt Schwesig selbstbewusst. Ihr Ministerium rechnet mit rund 150.000 Anträgen auf Elterngeld Plus. Das wird das Bundesfamilienministerium rund 100 Millionen Euro im Jahr kosten. Aber, so sagt Schwesig, alles ist abgesprochen mit dem Bundesfinanzminister. Außerdem lockert Schwesig die Regelungen zur Elternzeit. Die ist künftig flexibler zu handhaben: Bis zu zwei Jahre der drei möglichen können Eltern weiter nach hinten schieben, und bis zum achten Lebensjahr ihres Kindes nehmen. Bisher war das nur mit einem der Elternzeitjahre möglich.

Schwesig erklärte: „Diese Flexibilisierung berücksichtigt, dass Eltern sich heute nicht auf eine lange Zeit festlegen wollen, sondern die Möglichkeit haben wollen, auf die Lebenssituation ihrer Familie Rücksicht zu nehmen.“ Das alles hilft, so meint Schwesig, um Eltern mehr Zeit für ihre Kinder, aber auch mehr Zeit für den Job zu ermöglichen. Die Wirtschaft sieht sie dabei dank Fachkräftemangel hinter sich: "Frauen wollen mehr arbeiten,  das zeigen Umfragen. Und wenn wir Frauen unterstützen, wieder schnell in den Beruf einzusteigen, aber trotzdem auch Zeit für Familie zu haben, dann ist es gut für die Familien, aber auch gut für die Wirtschaft in Deutschland. Hier passen beide Interessen gut zusammen."

Aus der Union kommt Zustimmung zu den Plänen der Familienministerin. Die Linke spricht von einer Luftnummer. Bis zu diesem Sommer will Schwesig das Elterngeld Plus ins Kabinett einbringen. Zum Sommer 2015 soll es dann in Kraft treten.

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