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Ground Zero in New York
Gedenken am 11. Jahrestag der Terroranschläge
Elf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September haben die Menschen in New York der 2753 Opfer gedacht. Seit einem Jahr erinnern am Ground Zero, wo die Türme des World Trade Center standen, riesige Wasserbecken an die Toten. Doch Teile der Gedenkstätte sind immer noch eine Baustelle.
Von Claudia Sarre, ARD-Hörfunkstudio New York
Das Wasser rinnt unaufhörlich an den Innenseiten der beiden riesigen Granit-Becken hinab. In der Mitte der Fundamente der ehemaligen Zwillingstürme versickern die Wasserfälle im Grund. Insgesamt 2753 Menschen sind hier vor elf Jahren zu Tode gekommen, als zwei Flugzeuge die Türme des World Trade Center rammten und zum Einsturz brachten.
Zehn Jahre hat es gedauert, bis aus den Ruinen am Ground Zero eine Gedenkstätte entstand. Seit der Eröffnung vor einem Jahr haben 4,5 Millionen Menschen aus aller Welt das 9/11 Memorial besucht. "Man hat dieses Bild der Terroranschläge vom 11. September im Kopf - diese grauenhaften Bilder der einstürzenden Türme", sagt Michael Frazier von der 9/11 Memorial Gesellschaft. "Und anstelle dieser Bilder sehen die Besucher nun diese Gedenkstätte, die wunderschön ist, heilig und ehrenvoll. Das bleibt im Gedächtnis."
Hinterbliebene verlasen in New York Namen der 2.753 Opfer
Tagesschau 20:00 Uhr, 11.09.2012, Thomas Roth, ARD New York
20.000 Besucher wollen täglich Ground Zero sehen
Rund 20.000 Menschen werden täglich durch die aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen am Ground Zero geschleust. Alle Besucher müssen sich vorher anmelden, um die mit 400 Eichen bepflanzte Gedenkstätte aus nächster Nähe zu betrachten. Unter ihnen das Ehepaar Mc Laughlin, das am Beckenrand steht und um seinen Sohn trauert.
"Wir haben einen Sohn im Nordturm verloren. Der Platz hier ist zwar noch nicht fertig, aber es ist ein schöner Ort geworden", sagt der Ehemann - "ein gebührendes Mahnmal". "Georgie liebte das Meer", fügt seine Frau hinzu. "Ihm hätten die Wasserfälle hier gefallen. Und sein Name ist neben den Namen seiner Freunde in die Brüstung eingraviert, also sind sie immer noch nah beieinander. Sie waren eine tolle Gruppe."
9/11: New York gedenkt der Opfer der Terroranschläge
C. Sarre, ARD New York
11.09.2012 19:27 Uhr
Bauarbeiten stören die Stille
Für viele Angehörigen der Opfer ist das Memorial eine heilige Stätte. Von fast der Hälfte aller Menschen, die hier starben, blieb nur Staub übrig. Daher konnten sie nie richtig beerdigt werden. Gestört wird das Gedenken allenfalls durch die Bauarbeiten, die noch in vollen Gange sind.
Der Freedom Tower, der jetzt "One World Trade Center" heißt, hat zwar schon seine endgültige Höhe von 541,3 Metern erreicht. Er soll aber erst 2014 fertig werden. Um ihn gab es genauso viel Streit wie um das unterirdische Museum, das eigentlich heute - am 11. Jahrestag - eröffnet werden sollte.
"Ja, wir sind enttäuscht", räumt Frazier ein. "Wir versuchen gerade, einen Streit beizulegen zwischen uns und der Hafenbehörde. Aber wir sind optimistisch, dass wir den Konflikt lösen und bald einen neuen Eröffnungstermin nennen können."
Streitigkeiten hin oder her - die Wunde im Herzen Manhattans ist erst einmal geschlossen. Doch auch elf Jahre nach den Terroranschlägen, das bestätigt eine Touristin aus der Schweiz, sei die Erinnerung an den 11. September 2001 immer noch lebendig: "Man fühlt sich eigentlich wieder diese elf Jahre zurückversetzt", sagt sie. "Der Einsturz der beiden Gebäude und all die Namen - das bringt wirklich Emotionen."
Stand: 11.09.2012 15:27 Uhr
