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23.02.2012

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Ausland
US-Gericht gibt dem Iran Mitschuld an 9/11
US-Gericht macht Iran für 11. September 2001 mitverantwortlich
Neue Erkenntnisse zu den Anschlägen vom 11. September

US-Gericht gibt dem Iran Mitschuld an 9/11

Nach Einschätzung eines US-Bundesbezirksgerichts war der Iran in die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington verwickelt. Richter George B. Daniels hatte am 15. Dezember im Rahmen einer Schadensersatzklage von Hinterbliebenen erklärt, der Iran und die von ihm geförderte Hisbollah-Miliz hätten das Terrornetzwerk Al Kaida nicht nur materiell, sondern auch direkt bei der Durchführung der Anschläge unterstützt. Eine Woche später reichte er die detaillierte Begründung seines Urteils ein. Darin werden Beweise vorgelegt (die vollständige Dokumentation finden Sie hier), die in siebenjähriger Suche von den Anwälten der Kläger gefunden worden waren. Richter Daniels sieht diese Beweise als überzeugend an.

Angeblich direkte Unterstützung aus Teheran

Die brennenden Türme des World Trade Centers in New York (Archivbild) (Foto: REUTERS) [Bildunterschrift: 11. September 2001: die brennenden Türme des World Trade Centers in New York ]
Die Anwälte hatten nach eigenen Angaben von der 9/11-Untersuchungskommission den Rat bekommen, Verbindungen zwischen dem Iran, der Hisbollah und den Attentätern vom 11. September zu suchen. Die Beweise, die Anwälte vorgelegt haben, bergen, wenn sie denn stimmen, einige Brisanz.

So soll ein Memorandum vom 14. Mai 2001 belegen, dass das staatliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, über die bevorstehenden Anschläge informiert war und dem iranischen Geheimdienst Anweisung erteilte, die bestehenden Kontakte zu Al Kaida und der Hisbollah einzuschränken. Nach Angaben von Mitgliedern der 9/11-Kommission soll der Iran die Entführer auch direkt unterstützt haben, etwa indem er ihnen die Reise durch das Land in afghanische Al-Kaida-Trainingslager ermöglichte - in den Pässen von acht bis zehn Entführern wurden die Ein- und Ausreisestempel weggelassen, weil ihnen sonst später die Einreise in die USA verweigert worden wäre.

Ein ehemaliger Agent des iranischen Geheimdienstes, der als Zeuge gehört wurde, gab außerdem an, dass der Iran Scheinfirmen genutzt habe, um an einen Flugsimulator für eine Boeing der Typen 757, 767 und 777 zu kommen - ein Flugzeug, das der Iran niemals besaß. Alle am 11. September entführten Flugzeuge waren aber Boeings vom Typ 757 und 767. Außerdem erklärte der ehemalige Agent, er sei Mitglied einer Arbeitsgruppe gewesen, die Notfallpläne für eine unkonventionelle Kriegsführung gegen die USA entwickelt habe - dazu habe auch der Angriff mit entführten Flugzeugen auf das World Trade Center, das Weiße Haus und das Pentagon gezählt. In den Wochen vor dem 11. September habe er verschlüsselte Nachrichten aus dem Kern der iranischen Regierung erhalten, wonach dieser Plan aktiviert worden sei.

Die Anwälte berufen sich in ihrer Darstellung einerseits auf Experten, darunter ehemalige Mitglieder der 9/11-Kommission, der CIA und investigativ arbeitende Journalisten, andererseits auf die Aussagen drei iranischer Überläufer - einer von ihnen sei der ehemalige Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes.

Iran spricht von haltlosen Verdächtigungen

Die US-Regierung äußerte sich bislang weder zu dem Urteil noch zu den Erkenntnissen der Anwälte. Der Iran dagegen wies die Anschuldigungen als "vollkommen haltlos" zurück. Solche Anschuldigungen gefährdeten den Frieden und die Sicherheit in der Region. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte bereits in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen den Anschlägen vom 11. September und seinem Land vehement zurückgewiesen.

Dossier:

11. September 2001
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Stand: 27.12.2011 14:14 Uhr
 

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