Grand Bassam | Bildquelle: REUTERS

Elfenbeinküste wird Ziel von Al Kaida 22 Tote bei Angriff auf Touristenhotels

Stand: 14.03.2016 07:57 Uhr

Tunesien, Mali, Burkina Faso - und jetzt trifft es die Elfenbeinküste: Bei Angriffen auf Urlauber an drei Strandhotels sind mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter die sechs Angreifer. Al Kaida im islamischen Maghreb bekannte sich zu dem Attentat. Das Auswärtige Amt prüft, ob es auch deutsche Opfer gibt.

Von Jens Borchers, ARD-Studio Nordwestafrika

Präsident Alassane Ouattara war nur wenige Stunden nach dem Anschlag am Ort des Geschehens. Ouattara gab direkt am Strand eine improvisierte Pressekonferenz: "Sechs bewaffnete Männer sind am Strand aufgetaucht und haben begonnen auf die Menschen zu schießen. Sie haben sich dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Es ist klar: Bei dieser feigen Attacke sind Unschuldige getötet worden." Die Angreifer feuerten auch auf die Restaurants von drei Hotels.

Bei den Todesopfern handelt es sich um 14 Gäste, die auf den Terrassen der Hotels und am Strand von Grand Bassam Erholung gesucht hatten. Unter den Opfern sind auch vier Europäer. Als Spezialkräfte etwa 45 Minuten nach Beginn des Angriffs Jagd auf die Terroristen machten, wurden zwei Soldaten getötet. Außerdem wurden die sechs Angreifer erschossen.

Ausländische Todesopfer

Nach Angaben von Hamed Bakayoko, Innenminister der Elfenbeinküste, gab es vier westliche Tote, darunter ein Franzose und ein Deutscher. Während das Außenministerium in Paris den Tod eines Franzosen bestätigte, prüft das Auswärtige Amt in Berlin noch den Fall: "Die deutsche Botschaft ist eingeschaltet und steht in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden und unseren Partnern vor Ort. Die Botschaft bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung darüber, ob deutsche Staatsangehörige von dem Terrorangriff betroffen sind." Die Nationalität der anderen war zunächst nicht bekannt.

Grand Bassam | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Alassane Ouattara bei seiner Ankunft am Anschlagsort.

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Soldaten versorgen einen verletzten Jungen nach dem Anschlag.

Das Vorgehen der Terroristen ähnelt den Anschlägen auf Hotels in Mali und Burkina Faso. Auch dort hatten die Angreifer sofort um sich geschossen, offensichtlich mit dem Ziel, so viele Opfer wie möglich zu treffen. Grand Bassam ist für viele Einheimische, aber auch für viele Westler ein beliebtes Ausflugsziel.

Al Kaida bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Attentat bekannte sich die Terrorgruppe Al Kaida im Islamischen Maghreb. Al Kaida-Dschihadisten hatten auch die Anschläge in Mali, vergangenen November, und in Burkina Faso im Januar verübt. Der Terrorangriff auf den Badeort an der Elfenbeinküste ist keine wirkliche Überraschung. Al Kaida im Islamischen Maghreb will offensichtlich den Terror immer tiefer nach Westafrika hineintragen. Die Elfenbeinküste ist eng mit Frankreich verbunden. Auch diese intensive Verflechtung beider Staaten dürfte mit ein Motiv für den Angriff gewesen sein.

Al Kaida im Islamischen Maghreb und andere Terrormilizen, die zu diesem Netzwerk gehören, wollen Frankreich zeigen, dass es den Terror in Westafrika nicht entscheidend eindämmen kann. Mehr als 3000 französische Soldaten sind in mehreren Sahelstaaten stationiert. Dort verfolgen sie im Rahmen der "Operation Barkhane" die Dschihadisten. Die haben jetzt offenbar ihre Taktik erweitert. Statt sich ständig in schwierigen Gefechten mit den Franzosen in der Wüste aufzureiben, greifen die Extremisten nun weiche Ziele an. Zum dritten Mal innerhalb von nur fünf Monaten attackierten mit dem Badeort Grand Bassam wieder ein Ziel, das von Touristen und Geschäftsreisenden genutzt wird. Die Botschaft ist eindeutig: Al Kaida im Islamischen Maghreb will Angst und Verunsicherung schüren in Westafrika.

Al Kaida verübt Terroranschlag auf Strandhotels in der Elfenbeinküste
J. Borchers, ARD Rabat
14.03.2016 02:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. März 2016 um 09:00 Uhr.

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