Ein Handgepäckstück am Flughafen in Düsseldorf | Bildquelle: dpa

Nach US-Vorstoß Auch Briten für schärfere Handgepäckregeln

Stand: 21.03.2017 17:26 Uhr

Laptops im Handgepäck: Auf bestimmten Flügen in die USA ist das bald verboten - und Großbritannien zieht nach. Die Türkei, deren Fluglinie Turkish Airlines betroffen ist, findet das Verbot gar nicht gut. Sie verlangt eine Rücknahme - oder Nachbesserungen.

Das US-Heimatschutzministerium verschärft die Sicherheitsbestimmungen für Flüge aus bestimmten Ländern. Geräte, die größer als ein Handy sind, dürfen laut US-Regierung nicht mehr mit in die Kabine, sondern müssen mit dem normalen Fluggepäck transportiert werden. Die neue Regel gilt zum Beispiel für Tablet-PCs und Laptops. Betroffen sind Verbindungen von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika und die Fluglinien, die von dort aus in die USA starten.

Großbritannien will dem Vorstoß folgen, wie ein Sprecher von Premierministerin May bekannt gab. Er bestätigte damit Medienberichte. Die Sicherheitsmaßnahmen seien notwendig und angemessen, hieß es.

Türkei "not amused"

Eine der betroffenen Gesellschaften ist Turkish Airlines, wie das Unternehmen selbst mitteilte. "Es wurde von den relevanten Verantwortlichen entschieden, dass Elektrogeräte, die größer sind als ein Handy oder ein Smartphone, nicht mehr in der in der Kabine erlaubt sein sollen", heißt es.

Die türkische Regierung kritisierte das US-Verbot. Sie forderte eine Rücknahme oder Anpassung der Anordnung. Verkehrsminister Ahmet Arslan verwies dabei auf die möglichen Folgen für den Komfort und die Zahl der Passagiere, die Turkish Airlines nutzen.

Ein Mann bedient seinen Laptop an Bord eines Flugzeugs | Bildquelle: imago/Photoshot/Construction Pho
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Laptops, Kameras und Tablets - solche Geräte dürfen auf bestimmten Flügen in die USA in Zukunft nicht mehr ins Handgepäck.

Behörden begründen Einschränkungen mit Terrorgefahr

Ausnahmen haben die USA für medizinische Geräte vorgesehen. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem geplanten Einreiseverbot der US-Regierung für Menschen aus sechs muslimischen Länder, sagen die US-Behörden. Es seien bestimmte Flughäfen ausgewählt worden, nicht einzelne Länder.

Die Behörden begründen das Verbot mit dem Risiko von Anschlägen: Erkenntnisse der Geheimdienste deuteten darauf hin, dass Extremisten versuchen könnten, Sprengsätze in derartigen Geräten an Bord zu schmuggeln. Die Fluggesellschaften haben bis Freitag Zeit, die Regeln umzusetzen.

FlughafenLand
Istanbul AtatürkTürkei
Hamad InternationalKatar
Abu Dhabi InternationalVereinigte Arabische Emirate
Dubai InternationalVereinigte Arabische Emirate
Mohammed-V-Flughafen CasablancaMarokko
Cairo InternationalÄgypten
Königin Alia International AmmanJordanien
Kuwait InternationalKuwait
Khalid InternationalSaudi-Arabien
König Abdul Aziz InternationalSaudi-Arabien

Hintergrund: Offenbar Informationen aus dem Jemen

Crew-Mitglieder sind von der Regelung ausgenommen. Die Maßnahme war zuerst bekannt geworden, weil die Fluglinien Saudi Airlines und Royal Jordanian die neuen Bestimmungen bei Twitter verbreitet hatten. Die Nachricht wurde später gelöscht. Es gab Spekulationen, die Information sei zu früh öffentlich gemacht worden.

Hintergrund für die Neuregelung seien Informationen, an die amerikanische Spezialkräfte bei einem Einsatz im Jemen gelangten, berichten der US-Sender CNN und die Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe um die Extremistenorganisation Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel.

USA verschärfen Handgepäck-Regeln für bestimmte Länder
J. Bösche, ARD Washington
21.03.2017 09:04 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 21. März 2017 der Deutschlandfunk um 12:39 Uhr und Tagesschau24 um 18:00 Uhr.

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